Iran feuert Raketen auf US-Stützpunkt in Jordanien ab; Rohöl zieht an
KI-Marktzusammenfassung
Irans gemeldeter Start ballistischer Raketen in Richtung einer US-Basis in Jordanien und erneute Gespräche über die Governance der Straße von Hormus erhöhen die geopolitischen Risikoprämien kurzfristig und halten die Energiemärkte anfällig für Schlagzeilenrisiken. Allerdings zeigen die Bewegungen bei Futures, dass Rohöl und Brent deutlich tiefer schlossen, was auf geringere Befürchtungen von Störungen und eine Auflösung von Positionierungen hindeutet. Da OPEC+ eine wahrscheinliche Pause nach der letzten Quotenanhebung im September signalisiert, könnte die Ölvolatilität rund um Schlagzeilen zu Versorgungssicherheit und Politik erhöht bleiben.
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Überblick über die wichtigsten Marktbewegungen und Themen des Tages. Mittwoch, 29. Juli 2026.
Top-Themen
1) Oman schlägt Iran einen Plan zur Verwaltung der Straße von Hormus vor: gemeinsames regionales Management, finanziert durch freiwillige Beiträge der Nutzer.
2) China: Die tägliche Betriebskapazität von Photovoltaikglas-Öfen sank im Juli um fast 6.000 Tonnen pro Tag; die Kürzungen beschleunigen sich.
3) Talison (Tochter von Tianqi Lithium) rechnet in den nächsten Tagen mit der Wiederaufnahme der Produktion in der chemiegradigen Lithiumkonzentrat-Anlage CGP3.
4) Simbabwe nimmt die erste Lithium-Schmelz- und Verarbeitungsanlage in Betrieb; weitere Projekte sollen schrittweise folgen.
5) Indonesiens Präsidialamt greift bei Exportkontrollen für Seltene Erden ein und fordert, das Exportverbot nicht auszuweiten.
6) Mehrere chinesische Lithiumsalzhersteller planen Wartungsstillstände von August bis September; Produktionsausfall im August insgesamt rund 9.000 bis 9.500 Tonnen.
7) Nach sechs Monaten Pause bei Umweltprüfungen gibt es neue Fortschritte beim Lithiumprojekt von CATL in Yichun.
8) Chinas Finanzministerium und Steuerbehörde passen die Politik zur städtischen Flächennutzungssteuer für ausgewählte Unternehmen der Energie- und Rohstoffbranchen an.
9) US-Vertreter: Iran habe ballistische Raketen auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien abgefeuert; Jordanien habe die Raketen abgefangen. Es ist der erste iranische Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt in der Region seit der Aussetzung der US-Angriffe auf Iran am vergangenen Freitag.
Makro
1) China: Für Flächen, die nach bestehenden Regeln (u. a. "Bestimmungen der Staatlichen Steuerverwaltung zur Steuerbefreiung und -ermäßigung der städtischen Flächennutzungssteuer für die Stromindustrie") für Ermäßigung oder Befreiung infrage kommen, wird die städtische Flächennutzungssteuer vom 1. September 2026 bis 31. August 2027 zum halben Satz erhoben; ab 1. September 2027 wieder vollständig.
2) Reuters unter Berufung auf Golf-Quellen: Oman habe Iran einen regionalen gemeinsamen Mechanismus zur Verwaltung der Straße von Hormus vorgeschlagen, finanziert über freiwillige Beiträge. Das Vorbild sei das Malakka-Straße-Modell (Beiträge für Navigationssicherheit, Umweltschutz, Suche und Rettung). Iran hätte demnach keine alleinige Kontrolle.
3) 28. Juli: Chinas Handelsministerium veröffentlicht "Chinas Position zur sogenannten 'Überkapazität'". Kernaussage: Kapazitäten seien historisch und umfassend zu bewerten; Protektionismus störe Handel, Lieferkettenstabilität und industrielle Kooperation und berge langfristige Risiken für das globale Wachstum.
4) ADP Weekly Employment Report: In den vier Wochen bis 11. Juli 2026 schufen private Arbeitgeber im Schnitt 15.000 Stellen pro Woche.
5) US-Präsident Trump: Jetzt sei ein guter Zeitpunkt für ein Abkommen mit Iran; er wolle vermeiden, Irans Brücken und Kraftwerke ins Visier zu nehmen. Iran müsse formell erklären, keine Atomwaffen zu besitzen. Ohne Abkommen sei die Zerstörung des Mount Khojir "sehr einfach".
6) Ausländische Medien: US-Vertreter melden iranische ballistische Raketen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien, abgefangen durch Jordanien. US Central Command bestätigt später: Um 17:45 Uhr US-Ostküstenzeit (05:45 Uhr Pekinger Zeit) habe Iran mehrere ballistische Raketen abgefeuert, um US-Kräfte im Nahen Osten zu überraschen.
7) Tasnim: Irans Vizeaußenminister sagt, Iran habe Oman Gespräche über eine temporäre Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus vorgeschlagen, die die heutige Nord-Süd-Route ersetzen soll. Oman habe 50% Kontrolle Iran/50% Oman angeregt; das adressiere Irans Sorgen nicht.
Globale Futures: Marktbewegungen
1) US-Rohöl (Frontmonat) schloss 4,21% tiefer bei 79,13 US-Dollar je Barrel. Brent (Frontmonat) fiel 3,33% auf 83,01 US-Dollar.
2) Edelmetalle überwiegend schwächer: COMEX Gold -1,18% auf 4.028,80 US-Dollar je Unze, COMEX Silber -2,35% auf 57,34 US-Dollar. Höhere Erwartungen an Fed-Zinsschritte und ein hohes Zinsniveau belasten, während es keine substanzielle Eskalation im US-Iran-Konflikt gab.
3) Industriemetalle in London durchweg im Minus: LME Blei -0,29% auf 1.885,5 US-Dollar/t, Aluminium -0,60% auf 3.148,5 US-Dollar/t, Kupfer -0,64% auf 13.644,5 US-Dollar/t, Zink -1,22% auf 3.567,5 US-Dollar/t, Nickel -1,56% auf 16.945,0 US-Dollar/t, Zinn -1,72% auf 53.405,0 US-Dollar/t.
Stahl/Schwarze Reihe
1) Mysteel: Yuxi Xianfu plant Anfang August die Inspektion eines 1.350-m³-Hochofens für 25 Tage. Das entspreche einer durchschnittlichen täglichen Reduktion der Rohstahlproduktion um 0,5 Mio. Tonnen; der geschätzte Effekt auf Bau-Stahl liege bei 1,25 Mio. Tonnen.
2) Satellitendaten: 20.–26. Juli 2026 lagen die Eisenerzbestände in sieben großen Häfen in Australien und Brasilien bei 14,403 Mio. Tonnen, 594.000 Tonnen weniger als zuvor. Leichter Rückgang, Niveau weiterhin im oberen Jahresbereich.
Agrarrohstoffe
1) Indien (Landwirtschaftsministerium): Bis 24. Juli beträgt die Zuckerrohranbaufläche 5,758 Mio. Hektar, +1,5% gegenüber 5,672 Mio. Hektar im Vorjahr. Das liegt 6,2% über der Normalfläche von 5,420 Mio. Hektar (Fünfjahresdurchschnitt 2020/21 bis 2024/25).
2) China Reserve Cotton Management: Geplante Auktion 8.006,3920 Tonnen Reservebaumwolle; verkauft wurden 8.006,3920 Tonnen (100% Abschluss). Durchschnittspreis 17.187,02 RMB/Tonne, 88,31 RMB/Tonne niedriger als am 27.; umgerechnet 3128B-Preis 17.798,50 RMB/Tonne. Höchstpreis 17.980 RMB/Tonne, Tiefstpreis 16.480 RMB/Tonne.
3) National Grain and Oil Information Center: Sojaschrotbestände in Ölmühlen stiegen vergangene Woche weiter auf 9,3 Mio. Tonnen. Für die letzte Juliwoche wird eine höhere Auslastung erwartet; die wöchentliche Sojabohnenverarbeitung könnte über dem Vorwochenwert liegen, Bestände dürften weiter schnell wachsen.
4) SGS: Malaysias Palmölexporte 1.–25. Juli geschätzt 912.365 Tonnen, -17,93% gegenüber 1.111.668 Tonnen im Vorjahreszeitraum.
5) Indien: Ab 1. August müssen alle Zuckerhändler Bestände melden und regelmäßig aktualisieren. Maximalbestand 4.000 Quintal je Zeitpunkt und Standort landesweit; Bestände dürfen 30 Tage nicht überschreiten.
6) China: Sojaöl-Bestände in Hafenlagern landesweit am 28. Juli bei 9,93 Mio. Tonnen gegenüber 9,76 Mio. Tonnen am 21. Juli, +17.000 Tonnen.
7) Abiove: Brasiliens Sojaexporte 2026 werden auf 115,4 Mio. Tonnen angehoben (zuvor 114,1 Mio.), +1,1% gegenüber der Juni-Schätzung. Sojaverarbeitung bei 63,3 Mio. Tonnen (zuvor 63,0 Mio.). Endbestände 6,58 Mio. Tonnen (zuvor 7,87 Mio.), weiterhin höchster Stand seit 2019.
8) USDA: Ein privater Exporteur meldet den Verkauf von 197.272 Tonnen Mais an ein unbekanntes Ziel zur Lieferung im Vermarktungsjahr 2026/2027.
9) StoneX: Für 2026/27 (Start Oktober) wird ein globales Zuckerdefizit von 1,7 Mio. Tonnen erwartet, nach einem revidierten Überschuss von 2,94 Mio. Tonnen in der laufenden Saison.
Energie/Chemie
1) SMM: Chinas tägliche Produktionskapazität von PV-Glasöfen sank im Juli um fast 6.000 Tonnen, vor allem getrieben von den sieben größten Unternehmen. Kleinere Anbieter reduzierten langsamer, was auf stärkeres Angebotsmanagement auch bei den Marktführern hindeutet. Bei enger werdendem Angebot werden steigende Glaspreise erwartet.
2) Reuters: Saudi Aramco erwägt, die Ölpreisformeln anzupassen, um höhere Transportkosten für Lieferungen ab dem ägyptischen Hafen Sidi Kerir nach Asien abzubilden.
3) Zwei OPEC+-Vertreter: Nach der letzten Quotenerhöhung im September dürfte OPEC+ weitere Erhöhungen pausieren, um die schnell wechselnden Effekte des Iran-Kriegs auf das Angebot zu bewerten. Geplant ist ein Treffen um den 2. August, um für September eine Erhöhung um 188.000 Barrel pro Tag zu beschließen. Damit wäre die aktuelle Anhebungsphase abgeschlossen; für den Rest des Jahres seien keine weiteren Erhöhungen vorgesehen.
Metalle/Lithium/Nicht-Eisen
1) Jingji Daily: Greenbushes CGP3, die weltweit größte Hartgestein-Lithiummine, soll nach dem Brand im Juni innerhalb weniger Tage wieder anlaufen (Stillstand rund sieben Wochen). Die Spodumen-Produktion im Quartal lag bei 387.000 Tonnen, +10% gegenüber 351.000 Tonnen im Vorquartal.
2) Ausländische Medien: Simbabwes erste Lithium-Raffinerie hat offiziell den Betrieb aufgenommen. Das Land will die lokale Weiterverarbeitung ausbauen und plant sogar die eigenständige Produktion wiederaufladbarer Lithiumbatterien. Bergbauminister Polite Kambamura: Eine Lithiumcarbonat-Raffinerie steht kurz vor der Fertigstellung; mehrere Lithiumsulfat-Anlagen sollen vor Inkrafttreten des Exportverbots für Lithiumkonzentrat im Januar 2027 anlaufen.
3) Mysteel-Umfrage: Am 27. Juli 2026 leitete Dodo Abdullah, Chef des indonesischen Präsidialamts, ein Koordinationstreffen zur Regulierung der Exporte Seltener Erden (LTJ). Er forderte, bei fehlenden klaren Regeln den normalen Handel nicht zu behindern und das Verbot nicht auszuweiten; kurzfristige Blockaden bei Nickelprodukt-Exporten könnten sich bald auflösen.
4) SMM: Am Morgen des 28. Juli endete die Auktion von Lithiumglimmer-Konzentrat der Yichun Mining Company (1,85% Lithiumgehalt, Produktion Juli, aus der Kaolinmine Huaqiao Dagang). Zuschlag bei 3.700 RMB je Tonne, Abholung durch den Käufer.
5) SMM: Mehrere Lithiumsalzproduzenten kündigten Wartungs- und Stillstandspläne für August/September an. Der kumulierte Produktionsausfall wird für August auf rund 9.000 bis 9.500 Tonnen, für September auf rund 2.500 Tonnen geschätzt. Insgesamt dürfte das die Versorgung vorübergehend verknappen.
6) Shanghai Securities News: Nach sechs Monaten Unterbrechung bei Umweltgutachten gibt es Fortschritte beim CATL-Lithiumprojekt in Yichun. Am 27. Juli veröffentlichte das Vergabenetz Yichun den "Entwurf der Bekanntmachung zur Umweltverträglichkeitsprüfung für das Lithiumabbauprojekt Lixi Li und Jianxiawo in den Kreisen Yifeng und Fengxin (Jiangxi)" und startete damit die öffentliche Konsultation. Das bestätigt den Fortgang im rechtlichen Verfahren und könnte überzogene Markterwartungen einer "kurzfristigen Vollauslastung" korrigieren.
7) Citi: Konstruktiver Kurzfristblick für Kupfer, Preisziele unverändert bei 14.500 US-Dollar/t (3 Monate) und 15.000 US-Dollar/t bis Jahresende. Trotz Rückgang spekulativer Long-Positionen und breiter Rohstoffschwäche blieben Kupferpreise robust.
8) LME-Positionsbericht: In der Woche bis 24. Juli 2026 hielten Investmentfonds netto 38.000 Lots Long in LME-Kupfer, +6.977 Lots. Long-Positionen +5.788 Lots, Short-Positionen -1.189 Lots. Kommerzielle Teilnehmer hielten netto 29.700 Lots Short, +2.925 Lots.
Marktkommentar: "Futures" im Fokus
1) Sodaasche markiert neues Tief: Angebot steigt, Nachfrage schwächer. Everbright Futures: Der Markt blieb am Dienstag schwach, Sodaasche fiel intraday erneut. Umweltauflagen stufen Sodaasche als energieintensive Industrie mit Pflichtprüfungen ein (Umweltkonformität, Emissionen), was mittelfristig veraltete Kapazitäten beschleunigt abbauen kann. Kurzfristig sei der Effekt begrenzt, da der Prüfzyklus etwa drei Monate dauere und keine geballten Stillstände zu erwarten seien. Fundamentalseitig steigt das Angebot weiter: Branchen-Auslastung 81,26% (+0,22 Prozentpunkte zum Vortag); große Unternehmen in Hubei und Jiangsu beendeten Wartung. Die Nachfrage bleibt schwach, viele PV-Glaslinien dürften offline bleiben. Beobachtungspunkte: Auslastung, Veränderungen bei Downstream-Kapazitäten, Angebotsstörungen und Umweltpolitik.
2) Indonesien: Exportverbot soll nicht ausgeweitet werden; Markteffekt derzeit begrenzt. Kim Rui Futures: Die US-Iran-Lage entspannt sich weiter, Trump spricht von laufenden Gesprächen; Risiken für MHP-Angebot mittelfristig sinken. Indonesische Schwefelbestände reichen bis September. Zuletzt behinderten verstärkte Zollkontrollen bei Seltenen Erden Exporte von Aluminiumoxid und MHP, nun greift das Präsidialamt ein und untersagt eine Ausweitung des Exportverbots. Im Blick: Profitabilitätsdifferenz zwischen NPI und High-Grade-Matte (Kostenstütze für Edelstahl), Fortschritt bei indonesischen Quotenfreigaben in den nächsten ein bis zwei Monaten und potenzielle Nachrichtenvolatilität.
Wichtige Termine/Daten
1) 29. Juli, 22:30: USA – EIA Rohölbestände (Woche bis 24. Juli).
2) 30. Juli, 02:00: Fed – FOMC-Zinsentscheid.
3) 30. Juli (Uhrzeit offen): Mysteel – nationale Stahlproduktions- und Lagerdaten.
4) 30. Juli, 20:30: USA – Reales BIP Q2 (annualisierte Erstschätzung).
5) 30. Juli, 20:30: USA – Kern-PCE-Preisindex (Juni).
6) 30. Juli, 20:30: USDA – wöchentlicher Bericht zu Agrar-Exportverkäufen.