Liquid Network nimmt Blockproduktion nach BTC-Exploit im Umfang von 320 Mio. US-Dollar wieder auf
KI-Marktzusammenfassung
Blockstreams Liquid-Sidechain hat die Blockproduktion nach einem Software-Exploit wieder aufgenommen, bei dem nicht gedeckte LBTC geprägt und ~3.996 BTC aus der Reserve-Wallet abgezogen wurden; trotz einer großen Rückgabe durch mutmaßliche Whitehats fehlen weiterhin ~598,5 BTC. Nutzertransaktionen sowie BTC-Peg-in/Peg-out bleiben ausgesetzt, was Liquiditäts- und Rücknahmeunsicherheit für LBTC-Inhaber schafft und das Betriebs- sowie Code-Risiko in föderierten Bitcoin-Sidechains hervorhebt.
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Liquid, die wichtigste Bitcoin-Sidechain von Blockstream, hat am 10. September die Blockproduktion wieder aufgenommen. Vier Tage zuvor waren durch einen Exploit rund 3.996 BTC aus der Reserve-Wallet der Federation abgezogen worden – zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 320 Mio. US-Dollar.
Technisch läuft das Netzwerk wieder, Nutzer-Transaktionen sowie die Peg-Operationen bleiben aber ausgesetzt. Der Peg ist der Mechanismus, über den BTC in die Sidechain eingebracht und wieder abgezogen werden.
Ablauf des Angriffs
Am 6. September, bei Liquid-Block 4.050.336, nutzte ein Angreifer eine Schwachstelle in der Elements-Software aus, auf der Liquid basiert. Über den Bug konnten etwa 4.000 nicht gedeckte LBTC-Token erzeugt werden. LBTC sollen eigentlich im Verhältnis 1:1 durch echte Bitcoin gedeckt sein, die in der Reserve-Wallet der Federation liegen. Mit den ungedeckten Token wurde anschließend die Reserve geleert.
Vor dem Exploit hielt die Liquid Federation mehr als 4.200 BTC. Danach verblieben in der Wallet nur noch rund 197 BTC – ein Einbruch um 95% in einem einzigen Ereignis.
Am 7. September zahlten die Angreifer – oder Akteure, die sich als Whitehat-Hacker ausgaben – etwa 3.400 BTC an die Federation zurück. 598,5 BTC behielten sie ein und bezeichneten dies als "Bounty" für das Aufdecken der Schwachstelle.
Notfall-Patches und kontrollierter Neustart
Blockstream spielte kurzfristig Sicherheitsupdates ein, darunter Elements v23.3.4, um die ausgenutzte Schwachstelle zu schließen. Die Blockproduktion lief am 10. September wieder an, das Netzwerk befindet sich dabei in einem als kontrolliert beschriebenen Betriebsmodus.
Blockstream-CEO Adam Back erklärte, der 1:1-Peg zwischen LBTC und BTC solle aufrechterhalten werden. Zudem seien keine Autorisierungsschlüssel der Federation kompromittiert worden – es handelte sich demnach um einen Software-Exploit und nicht um einen Angriff auf die Signatur- bzw. Signing-Infrastruktur.
Für Nutzer bleibt die Lage dennoch angespannt: Solange Transaktionen und Peg-Operationen pausieren, können LBTC-Bestände nicht in echte Bitcoin eingelöst werden, neue Einzahlungen sind ebenfalls nicht möglich.
Federated-Modell erneut im Fokus
Liquid nimmt im Bitcoin-Ökosystem eine Sonderrolle ein. Anders als vertrauensminimierte Layer-2-Lösungen wie das Lightning Network setzt Liquid auf eine Federation von rund 60 Mitgliedern, die die Verwahrung übernimmt und Blöcke produziert.
Die Schwachstelle lag laut Darstellung nicht im Custody- oder Federationsmodell selbst, da keine Schlüssel kompromittiert wurden, sondern in der Open-Source-Software Elements. In der Praxis war die Wirkung gleich: Nahezu das gesamte Bitcoin-Backing der Sidechain verschwand in einem Vorfall.
Dass die mutmaßlichen Whitehat-Hacker 3.400 BTC rasch zurückgaben, verhinderte vermutlich einen massiven Vertrauensschaden. Trotzdem fehlen gegenüber dem Ausgangsbestand weiterhin 598,5 BTC, und Nutzer bleiben bis zur Wiederaufnahme der Peg-Operationen in der Warteschleife.