Liquid Network nimmt Betrieb nach Sicherheitsvorfall über 320 Mio. US-Dollar wieder auf
KI-Marktzusammenfassung
Das Liquid Network nahm die kontrollierte Blockproduktion wieder auf, nachdem eine Elements-Schwachstelle das Prägen nicht gedeckter LBTC und einen Abfluss von 3.996 BTC ermöglicht hatte, wodurch die Reserven kurzzeitig von 4.205 BTC auf 197 BTC sanken. Während 3.400 BTC zurückgegeben und ein Patch bereitgestellt wurde, bleiben ~598,5 BTC weiterhin nicht wiedererlangt und Pegs sind nach wie vor deaktiviert. Der Vorfall erhöht das kurzfristige Gegenparteien- und Brückenrisiko und belastet die Liquidität im Zusammenhang mit Sidechains sowie BTC-gebundene Abwicklungsströme.
Einflussstufe
● Hoch
Betroffene Assets
BTC/USDT-1.94%
AI-Einblick · BTC/USDTAI-Einblick
▼ Bärisch
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TL;DR: Am 10. September 2026 hat die Liquid-Network-Föderation nach einer viertägigen technischen Unterbrechung die Blockerzeugung wieder aufgenommen. Auslöser war eine Schwachstelle in der Elements-Software, über die am 6. September 2026 knapp 4.000 LBTC ohne hinterlegte Deckung erzeugt und 3.996 BTC abgezogen wurden. Die Betriebsreserven fielen dabei von 4.205 BTC auf 197 BTC. Am 7. September 2026 flossen 3.400 BTC zurück; 598,5 BTC (rund 47 Mio. US-Dollar) gelten weiterhin als ausstehend.
Das Liquid Network hat am Donnerstag, 10. September, nach einem auf 320 Mio. US-Dollar bezifferten Sicherheitsereignis den Betrieb in einem kontrollierten Modus wieder aufgenommen. Blockstream und die Föderation starteten die erste Phase der technischen Wiederherstellung, ohne den kommerziellen Betrieb für Endnutzer freizuschalten.
Laut Statusupdate vom 10. September 2026 (10:00 UTC) läuft die Wiederinbetriebnahme vorsorglich zunächst ohne Transaktionen. Der Neustart erfolgte um 12:26 UTC, nachdem die Upgrades der föderierten Nodes abgeschlossen waren. Die Validatoren signieren seither leere Blöcke, während die Stabilität des Systems überwacht wird. Ein- und Auszahlungen bleiben weiterhin deaktiviert; auch Konvertierungsfunktionen sollen bis zur vollständigen Wiederherstellung der zugrunde liegenden Bitcoin-Reserven eingefroren bleiben.
Entdeckt wurde der Angriff am 6. September 2026 bei Block 4.050.336. Eine Schwachstelle im Open-Source-Code von Elements erlaubte es einem Angreifer, nahezu 4.000 Liquid Bitcoin (LBTC) ohne Collateral zu prägen. Die synthetischen Mittel wurden über den Exchange-Service SideSwap unter Nutzung eines Pegout Authorization Key (PAK) weitergeleitet. Da der Fehler auf Ebene der Vorab-Validierung vor der eigentlichen Transaktionsprüfung lag, akzeptierten die Föderationsknoten den Vorgang. In der Folge schrumpfte der Bestand der föderierten Multisig-Wallet innerhalb von Minuten von 4.205 BTC auf 197 BTC.
Technische Auswertungen betonen, dass keine privaten Schlüssel der 15 Föderationsmitglieder kompromittiert wurden. Andere im Netzwerk emittierte Assets, darunter der Stablecoin Tether (USDT) sowie verschiedene Real-World-Asset-(RWA)-Token, blieben während des erzwungenen Stopps unberührt.
SideSwap veröffentlichte am 9. September 2026 einen ausführlichen Post-Mortem-Bericht und räumte operative Versäumnisse ein. Demnach war der PAK-Schlüssel mit dem Internet verbunden, zudem fehlten automatisierte Geschwindigkeitsprüfungen sowie Volumenlimits pro Wallet.
Zur technischen Stabilisierung und Wiederherstellung der Deckung: Der Angreifer überwies am 7. September 2026 insgesamt 3.400 BTC an die Multisig-Adresse des Netzwerks zurück und bezeichnete sich in On-Chain-Nachrichten als Security Researcher. Offen bleiben nach aktuellem Stand 598,5 BTC im Gegenwert von etwa 47 Mio. US-Dollar. Für die Rückgabe des Restbetrags fordert der Angreifer eine Prämie von 10%. Blockstream hat die Forderung bislang nicht als Teil eines autorisierten Bug-Bounty-Programms eingestuft.
Die Föderation rollte am 9. September 2026 einen Notfall-Patch (Elements v23.3.4) aus. Die Korrektur betrifft das Management von Cache-Keys in Range Proofs und erfolgte nach gemeinsamen Audits mit spezialisierten Sicherheitsfirmen, darunter Bitcoin Red Team und Alpen Labs. Blockstream-CEO Adam Back erklärte öffentlich, die 1:1-Bindung zwischen LBTC und BTC werde vollständig gedeckt. Marktbeobachter erwarten, dass die institutionelle Absicherung das Risiko von Panikverkäufen an OTC-Desks begrenzen könnte.
Der Fahrplan zur Wiederherstellung umfasst drei aufeinanderfolgende Phasen: (1) kontrollierte Blockproduktion, (2) erneute Ausführung verifizierter, legitimer Transaktionen, (3) Reaktivierung der Peg-Mechanismen, sobald sämtliche Reservebestände vollständig gesichert sind. Als nächster formaler Schritt kündigte die Föderation die Veröffentlichung eines umfassenden technischen Audits zum Vorfall sowie den Abschluss von Stresstests an, bevor die Liquiditätsbrücken vollständig wieder geöffnet werden.