ESMA warnt: Polymarket und Kalshi verfügen bei Ereignis-Kontrakten nicht über EU-Zulassungen

KI-Marktzusammenfassung
ESMA's Risikobericht kennzeichnet Polymarket und Kalshi als ohne EU-Zulassung für Ereignisverträge und deutet eine mögliche Einstufung als Derivate oder als unter MiCA regulierte Kryptoassets an, was das Durchsetzungs- und Zugriffsrisiko für Prognosemärkte erhöht. ESMA hebt zudem die Umgehung per VPN und Präzedenzmaßnahmen (z. B. ISP-Sperren in Frankreich) hervor. Separat warnt sie, dass ein KI-getriebener Risk-off auf Krypto über liquiditätsgetriebene Verkäufe übertragen werden könnte, und verweist auf frühere BTC-Rückgänge und ETF-Abflüsse.
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BlockBeats meldet: Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 11. September einen neuen Risikobericht veröffentlicht. Darin heißt es, dass große Prediction-Market-Plattformen wie Polymarket und Kalshi derzeit nicht über die in der EU üblicherweise erforderlichen Genehmigungen verfügen, um Nutzern sogenannte Event Contracts (Ereignis-Kontrakte) anzubieten. Nach Angaben der ESMA hängt die aufsichtsrechtliche Einordnung dieser Produkte vom konkreten Zuschnitt ab. Je nach Ausgestaltung könnten sie als Finanzinstrument, als Krypto-Asset unter dem MiCA-Regelwerk oder als Produkt gelten, das unter die Glücksspielregeln der Mitgliedstaaten fällt. Werden Event Contracts als Finanzinstrument eingestuft, handele es sich typischerweise um ein Derivat; in diesem Fall könnten auch die EU-Beschränkungen für Privatanleger bei binären Optionen greifen. Die Behörde nimmt zudem die aktuellen Geoblocking-Maßnahmen von Polymarket und Kalshi für die EU unter die Lupe. ESMA zufolge sperren beide Plattformen nur einzelne Mitgliedstaaten; warum nicht sämtliche EU-Länder erfasst sind, sei unklar. Gleichzeitig verweist die ESMA auf das Risiko, dass Nutzer geografische Beschränkungen über VPNs umgehen. Bereits im Juli dieses Jahres hatte Frankreich Internetdienstanbieter aufgefordert, Polymarket zu blockieren. Über die Event-Contract-Thematik hinaus warnt die ESMA, dass der KI-Hype zu einem neuen Übertragungskanal für Risiken im Kryptomarkt werden könne. Bleiben Renditen aus KI-Investments hinter den Erwartungen zurück oder geraten Technologiewerte unter Verkaufsdruck, könnten große Investoren zur Liquiditätsbeschaffung besonders liquide Risikoanlagen verkaufen, einschließlich Krypto-Assets. ESMA-Daten zufolge fiel Bitcoin im ersten Halbjahr 2026 um 35%. Im selben Zeitraum flossen zudem mehr als 5,5 Mrd. US-Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ab. Die ESMA hatte bereits zuvor betont: Sollten Event Contracts als Finanzinstrumente qualifizieren, erfordert ihr Vertrieb in der EU eine Zulassung als Wertpapierfirma und kann dem EU-weiten Privatkundenverbot für binäre Optionen unterliegen.