Visa baut KI-Commerce und Stablecoin-Abwicklung aus – Partnerschaft mit OpenAI
Visa treibt den Ausbau seiner Infrastruktur für KI-gestützten Handel und Stablecoin-Abwicklung voran. Im Rahmen des Visa Payments Forum 2026 stellte das Unternehmen neue Bausteine vor, darunter eine Partnerschaft mit OpenAI, Systeme zur Verifizierung von KI-Agenten sowie erweiterte Blockchain-Abwicklungsfunktionen, die autonome digitale Transaktionen unterstützen sollen.
Nach Angaben von Visa verändert Künstliche Intelligenz zunehmend die Anbahnung von Transaktionen, während Stablecoins und tokenisiertes Geld die Abwicklung im Hintergrund neu gestalten. Jack Forestell, Chief Product and Strategy Officer von Visa, sagte, KI präge die "Front End"-Seite des Handels, Stablecoins die "Back End"-Seite der Zahlungsabwicklung.
Der Vorstoß folgt auf ähnliche Initiativen von Mastercard im Bereich agentenbasierter Commerce-Infrastruktur und unterstreicht den wachsenden Wettbewerb großer Zahlungsnetzwerke, sich als grundlegende Infrastruktur für KI-getriebene Handelssysteme zu positionieren.
Ein zentraler Teil der Ankündigungen betrifft neue Verifikationsmechanismen für KI-basierte Transaktionen. Visa führt ein "Agentic Directory" ein, das sowohl Händler als auch KI-Agenten in automatisierten Handelsumgebungen verifiziert. Händler sollen damit prüfen können, ob mit ihren Websites interagierende KI-Agenten legitim sind. Umgekehrt können Agenten Händler verifizieren, bevor sie Transaktionen ausführen.
Zusätzlich startet Visa "Agent Score", ein gemeinsam mit New Generation entwickeltes Tool, das bewertet, ob Händler-Websites für agentenbasierten Commerce optimiert sind.
Mit OpenAI geht Visa eine strategische Partnerschaft ein, um sichere Zahlungen innerhalb KI-getriebener Commerce-Erlebnisse zu ermöglichen. Visa will dafür Zahlungstokens, Sicherheitsmechanismen und Netzwerkinfrastruktur bereitstellen, um von KI initiierte Transaktionen in OpenAI-Umgebungen zu unterstützen. Gezeigt wurde zudem ein Proof of Concept, bei dem KI-Agenten digitale Services direkt aus Command-Line-Umgebungen heraus mithilfe tokenisierter Visa-Zugangsdaten bezahlen.
Auch im Bereich Blockchain-Abwicklung meldete Visa Fortschritte. Das über VisaNet abgewickelte Stablecoin-Settlement-Volumen habe im März 2026 auf annualisierter Basis rund 7 Mrd. US-Dollar erreicht. Zudem erweitert Visa die siebentägige Stablecoin-Abwicklung auf mehr Banken, Acquirer, Blockchains und Währungen.
Darüber hinaus kündigte das Unternehmen Unterstützung für tokenisierte Bankeinlagen an. Finanzinstitute sollen damit programmierbares digitales Geld erzeugen können, während die Einlagen in ihren Bilanzen verbleiben. Visa zufolge sind weltweit inzwischen mehr als 160 kartenbasierte Programme mit Stablecoin-Bezug live oder in Entwicklung.
Zusammenfassung: Visa erweitert seine KI-Commerce-Infrastruktur mit OpenAI-Integrationen, Verifizierungssystemen für Agenten und tokenisierten Zahlungstools. Gleichzeitig verarbeitet das Stablecoin-Settlement nach Unternehmensangaben Transaktionen mit einer annualisierten Run Rate von rund 7 Mrd. US-Dollar.