Visa weitet Stablecoin-Abwicklungs-Piloten aus – annualisierte Run-Rate bei 7 Mrd. US-Dollar

Visa treibt seine Pilotprogramme zur Stablecoin-Abwicklung voran und will diese über weitere Regionen, Blockchains und Währungen ausrollen. Der Konzern bekräftigte, dass über VisaNet bereits Stablecoin-Volumina in Milliardenhöhe bewegt wurden; die annualisierte Run-Rate habe im März 2026 7 Mrd. US-Dollar erreicht. Jack Forestell ordnete die Entwicklung strategisch ein: KI verändere das Frontend des Handels, während Stablecoins das Backend der Zahlungsabwicklung neu gestalteten. Visa zufolge rechnen ausgebende Banken (Issuers) bereits an sieben Tagen pro Woche onchain mit Visa ab. Das Unternehmen arbeitet daran, diese siebentägige Abwicklung auch auf Acquirer auszuweiten. Zusätzlich kündigte Visa eine Partnerschaft mit OpenAI an. Ziel ist es, Visa-Zahlungen in agentischen Commerce-Umgebungen zu ermöglichen – unter vom Nutzer definierten Kontrollmechanismen. Bedeutung für den Markt: Eine größere Settlement-Schicht innerhalb eines Zahlungsnetzwerks könnte den praktischen Nutzen von Stablecoins für Banken und Händler erhöhen, falls die Piloten in eine breitere Nutzung übergehen. Marktstimmung: Vorsichtig bullish; Risk-on; ereignisgetrieben. Begründung: Die Ausweitung über Regionen, Blockchains und Währungen stützt die Erwartung einer wachsenden, zahlungsnahen Stablecoin-Adoption. Einordnung und Vergleich: Bereits 2021 hatte Visa eine USDC-Transaktion über Ethereum gemeinsam mit Crypto.com und Anchorage abgewickelt – ein früher Test für Stablecoin-Settlement im Kartennetzwerk. Der Unterschied: Damals handelte es sich um einen initialen Pilotfall, nun geht es um eine breitere Ausdehnung der Piloten sowie zusätzliche Initiativen rund um Tokenisierung und KI-gestützte Zahlungen. Mögliche Folgewirkungen: Eine stärkere Stablecoin-Abwicklung könnte Karten-Netzwerkaktivität direkter mit Onchain-Liquidität verbinden. Sollte die siebentägige Abrechnung von Issuers auf Acquirer ausgeweitet werden, könnten Händler und Zahlungsdienstleister Stablecoin-Rails eher als praxistaugliche Settlement-Option betrachten. Eine breitere Bankenbeteiligung dürfte zugleich die Anforderungen an Compliance bei tokenisierten Einlagen und agentischen Zahlungen erhöhen. Chancen und Risiken: Chancen: Zusätzliche Regionen, Blockchains oder Währungen in den Pilotprogrammen könnten als Bestätigungssignal für die Adoption von Stablecoin-Zahlungen gewertet werden. Eine Ausweitung der Acquirer-Abwicklung könnte das Narrativ rund um Zahlungsinfrastruktur stärker stützen. Risiken: Wenn nutzerdefinierte Kontrollen oder Betrugsmonitoring in agentischen Commerce-Szenarien zum Problem werden, könnte sich die Zahlungsadoption verlangsamen. Bleibt die Pilot-Expansion begrenzt, könnte eine geringere Gewichtung von Zahlungsinfrastruktur-Narrativen das Abwärtsrisiko durch verzögerte Adoption reduzieren.