Chip-Aktien unter Druck ziehen US-Börsen nach unten – Zweifel an KI-Bewertungen

BlockBeats meldet am 27. Juni unter Berufung auf Bloomberg: Die US-Aktienmärkte haben die Woche im Minus beendet. Belastend wirkte vor allem die anhaltende Schwäche bei Chip-Titeln. Zwar fielen laut einer Umfrage der University of Michigan die langfristigen Inflationserwartungen geringer aus als erwartet, was die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen etwas dämpfte. Der Abgabedruck im Halbleitersektor blieb dennoch dominierend. Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers, sagte, der S&P 500 habe im Tagesverlauf kurz ins Plus gedreht, die Gewinne seien aber rasch wieder abgeschmolzen – ein Muster, das Anleger in dieser Woche bei mehreren gescheiterten Erholungsversuchen gesehen hätten. Sorgen um die Bewertung von KI-Aktien greifen zudem von den asiatischen Märkten auf den US-Handel über. Zwei bekannte chinesische Hedgefonds erklärten, KI-Titel befänden sich in einer Blase, die platzen könne. Die Aktien der SoftBank Group gaben nach, nachdem die "New York Times" berichtet hatte, OpenAI könne seinen Börsengang bis 2027 verschieben. In Südkorea löste der Kospi-Index wegen eines starken Rückgangs bei Chip-Aktien bereits zum zweiten Mal in dieser Woche eine Handelsunterbrechung aus; anschließend erholte sich der Markt teilweise. In den USA zeigen Daten von US-Banken, dass Anleger erstmals seit drei Monaten netto 8,5 Mrd. US-Dollar aus US-Aktien abzogen. Cameron Dawson, Chief Investment Officer bei Newedge Wealth, sieht als zentrale Frage, ob der Markt genügend Geduld aufbringt, um auf die Erträge der massiven Investitionen führender Cloud-Anbieter zu warten. Richard Reyle, Chief Investment Officer bei Questar Capital Partners, erklärte, er würde Large-Cap-Tech- oder KI-Aktien auf dem aktuellen Niveau nicht kaufen, da ihre Dominanz nachlasse; die MAG7 und Bitcoin hätten vor neun Monaten ihren Höhepunkt erreicht und sich seitdem nicht erholt. Am Ölmarkt blieben die Rohölpreise derweil niedrig, obwohl der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus weiterläuft. Brian Jacobsen, Chefökonomstratege bei Annex Wealth Management, sagte, der Höhepunkt der Energiepreise sei überschritten, was Spielraum für einen Rückgang der Gesamtinflation lasse – auch wenn der Preisdruck nicht vollständig verschwunden sei.