Abflüsse bei Bitcoin-ETFs summieren sich auf 4,06 Mrd. US-Dollar – Wale greifen zu

Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin zeigt erneut Ermüdungserscheinungen. Damit fällt eine der stärksten strukturellen Quellen für Spot-Käufe im Markt teilweise weg. In den USA verzeichnen Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum den siebten Tag in Folge Nettoabflüsse. Am gestrigen Handelstag flossen 445 Mio. US-Dollar aus Bitcoin-Produkten und 12,85 Mio. US-Dollar aus Ethereum-Produkten ab. Quelle: SoSoValue Mit den anhaltenden Rückgaben rutschten die monatlichen Bitcoin-ETF-Flows auf rund minus 4,06 Mrd. US-Dollar. Das verwaltete ETF-Vermögen sank auf 72,82 Mrd. US-Dollar. Die Entwicklung ist relevant, weil dauerhafte Abflüsse die institutionellen Käufe verringern, die in früheren Korrekturphasen Angebot am Spotmarkt aufgefangen hatten. Sollten Wale oder langfristig orientierte Investoren diese Nachfrage nicht ersetzen, dürfte es Bitcoin schwerfallen, eine nachhaltige Erholung aufzubauen. Neue institutionelle Zuflüsse könnten dagegen wieder für stabilere Preisunterstützung sorgen. Wale signalisieren neue Überzeugung Trotz der ETF-Abflüsse reagierten große Bitcoin-Inhaber anders, als die Kurse wichtige Unterstützungsniveaus ansteuerten. Nachdem Bitcoin kurzzeitig unter 60.000 US-Dollar gefallen war und anschließend in diesen Bereich zurückkehrte, zog das Handelsvolumen der Wale deutlich an. Im Netzwerk wurden 6.920 Transaktionen über 100.000 US-Dollar und 1.438 Transaktionen über 1 Mio. US-Dollar registriert – der zweitgrößte Ausschlag der vergangenen zwei Monate. Quelle: Santiment Das deutet darauf hin, dass größere Investoren die Korrektur eher als Akkumulationsphase interpretierten als als Signal, Positionen abzubauen. Wenn Wale weiter Angebot absorbieren und die Bestände an Börsen niedrig bleiben, könnte der Abwärtsdruck allmählich nachlassen. Für eine belastbare Erholung muss jedoch auch die breitere Spot-Nachfrage wieder anziehen. Langfristige Halter geraten in Kapitulationsmodus Die Akkumulation durch Wale spricht für wachsende Zuversicht bei großen Marktteilnehmern. Bei den Long-Term Holders (LTH) fällt die Reaktion auf die jüngste Schwächephase allerdings uneinheitlich aus. Der Long-Term-Holder SOPR rutschte weiter ins Negative, was darauf hindeutet, dass ein Teil der erfahrenen Investoren Verluste realisiert, nachdem Bitcoin wiederholt unter 60.000 US-Dollar gehandelt wurde. Der Monatsdurchschnitt fiel von 1,03 auf 0,8. Das entspräche einem Verlust von rund 13% für LTH über den vergangenen Monat. Quelle: CryptoQuant Auch der Jahresdurchschnitt sank von 2,06 auf 1,46 – ein Hinweis darauf, dass die realisierten Gewinne weiter schrumpfen. Insgesamt wirkt es so, als lasse die Überzeugung älterer Bestände nach. Wenn das profitable Angebot zunehmend aufgebraucht ist, nimmt der Verkaufsdruck häufig ab. Das schafft eher die Basis für eine schrittweise Erholung als für eine sofortige Trendwende. Fazit Anhaltende Abflüsse aus Bitcoin-[BTC]-ETFs schwächen die institutionelle Nachfrage, während die Akkumulation durch Wale kurzfristigen Verkaufsdruck abfedert. Die Kapitulation langfristiger Halter könnte künftigen Verkaufsdruck reduzieren – entscheidend für eine nachhaltige Erholung bleibt jedoch eine breitere Belebung der Spot-Nachfrage.