US-Senat verabschiedet Gesetz: Retail-CBDC der Fed bis mindestens 2030 blockiert
Kernpunkt: Der US-Senat hat am späten Montag das Gesetzespaket "21st Century ROAD to Housing Act" mit 85 zu 5 Stimmen verabschiedet. Senatorin Elizabeth Warren hat das parteiübergreifende Paket mitverfasst und vorangetrieben, nachdem sie 2021 erklärt hatte, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) berge großes Potenzial. Eine Bestimmung untersagt der Federal Reserve, bis mindestens Ende 2030 einen digitalen Dollar für Privatkunden (Retail-CBDC) zu starten. Nach Ablauf dieser Sperre dürfte die Fed eine "wesentlich ähnliche" digitale Vermögensform nur mit ausdrücklicher, positiver Zustimmung des Kongresses weiterverfolgen.
Präsident Donald Trump hatte bereits im Januar 2025 per Executive Order angeordnet, dass Behörden die Entwicklung, Einführung oder Bewerbung einer CBDC einstellen.
Warum das wichtig ist: Eine gesetzliche Hürde erhöht die Eintrittskosten für einen späteren Neustart. Die nächste Entscheidung läge beim Kongress, der aktiv grünes Licht geben müsste.
Marktstimmung: Neutral, politikgetrieben, regulatorisch getrieben.
Begründung: Die Regelung verschiebt vor allem den regulatorischen Kurs und wirkt weniger über kurzfristige Handelsnachfrage, da sie einen Retail-Digitaldollar der Fed bis mindestens Ende 2030 blockiert.
Vergleichbare Fälle: Das Libra-Projekt von Facebook geriet 2019 unter starken regulatorischen Druck; Visa, Mastercard, Stripe, eBay, Mercado Pago und PayPal verließen die Libra Association vor dem Start, was das Vorhaben deutlich schwächte. (The Guardian) Der zentrale Unterschied: Libra war ein privates Projekt, die aktuelle Beschränkung zielt auf eine mögliche öffentliche CBDC der Zentralbank.
Folgewirkungen: Eine gesetzliche Begrenzung kann die Wahrscheinlichkeit senken, dass eine US-Retail-CBDC in absehbarer Zeit zu einem Wettbewerber für private Digital-Dollar-Infrastrukturen wird. Erteilt der Kongress nach Ablauf der Sperre keine Zustimmung für ein wesentlich ähnliches digitales Asset, könnte das den Wettbewerbsdruck auf private Stablecoin- und Bank-Token-Projekte aus dem öffentlichen Sektor reduzieren. Sollte der Gesetzgeber die Beschränkung später erneut aufrollen, könnte politische Unsicherheit in die Planung von Zahlungsinfrastruktur und Digital-Dollar-Strategien zurückkehren.
Chancen & Risiken:
Chancen: Bleibt die Beschränkung bis zum Ende der Sperre bestehen, kann geringerer Wettbewerb aus dem öffentlichen Sektor ein unterstützendes Signal für private Digital-Dollar-Rails sein.
Risiken: Öffnet der Kongress die Regelung wieder oder autorisiert ein wesentlich ähnliches digitales Asset, kann eine geringere Exponierung gegenüber politiksensitiver Stablecoin-Infrastruktur das Schlagzeilenrisiko begrenzen.