US-Repräsentantenhaus beschließt CBDC-Verbot bis Ende 2030 in Wohnungsbaupaket
Das US-Repräsentantenhaus hat den 21st Century ROAD to Housing Act verabschiedet. In dem umfassenden Wohnungsbaupaket ist auch ein Verbot für digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) bis zum 31. Dezember 2030 verankert. Die Abstimmung fiel mit 358"32 aus. Nachdem der Senat das Gesetz am Vortag passiert hatte, geht es nun zur finalen Unterzeichnung an Präsident Donald Trump, der Unterstützung signalisiert hat.
Kern des Streitpunkts ist eine Klausel, die der Federal Reserve untersagt, direkt oder indirekt eine CBDC „auszugeben oder zu schaffen“ – ebenso wie jedes digitale Asset, das einer CBDC „im Wesentlichen ähnlich“ ist. Befürworter sehen darin einen Schutz davor, dass die Notenbank ein CBDC-ähnliches Digitalgeld etabliert. Vertreter der Kryptobranche argumentieren, die Regelung verhindere, dass dezentral ausgerichtete Technologie in ein zentral gesteuertes Finanzsystem überführt wird.
Ein wesentlicher Bestandteil ist eine Ausnahme für bestimmte Stablecoins. Erlaubt bleibt eine „dollar-denominierte Währung“, sofern sie als „open, permissionless and private“ beschrieben wird. Damit ist die Regelung nicht als pauschales Verbot dollarbasierter Digital-Assets formuliert, sondern knüpft an Kriterien wie Offenheit, Zugänglichkeit und Privatsphäre an. Für Marktteilnehmer könnte diese Differenzierung Spielraum für das weitere Wachstum privatwirtschaftlicher, dollarbasierter Digitalwährungen lassen, während staatlich gestütztes Retail-Digitalgeld ausgebremst wird.
Die Passage knüpft an frühere republikanische Initiativen an, darunter Formulierungen aus dem von Tom Emmer vorangetriebenen AntiCBDC Surveillance State Act. Dieser Entwurf wurde im Juni 2025 eingebracht und soll im Juli desselben Jahres das Repräsentantenhaus passiert haben, scheiterte aber im Senat. Laut früherer Berichterstattung wurde der Wohnungsbaukompromiss erst nach Differenzen zwischen den Kammern erzielt; das CBDC-Verbot blieb dabei in den fortlaufenden Entwurfsfassungen und wurde aus der im März vom Senat verabschiedeten Version in die finale Einigung übernommen.
Mit dem Abgang des Pakets Richtung Weißes Haus könnte sich der Fokus im Kongress auf weitere Krypto-Gesetzgebung verlagern, vor allem auf das Marktstrukturvorhaben CLARITY Act. In Washington laufen dazu seit Monaten Gespräche unter Beteiligung von Krypto- und Bankenlobbyisten, die Fortschritte sollen aber auf Widerstand stoßen. In einem separaten Bericht wurde zudem auf eine Einschätzung von Galaxy Digital verwiesen, wonach die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung des CLARITY Act Anfang des Monats auf 60% gesenkt worden sei – vor dem Hintergrund eines enger werdenden Zeitfensters mit Blick auf die August-Pause und die Midterm-Wahlen im November.
Für Investoren und Entwickler bleibt entscheidend, wie weit der Begriff „im Wesentlichen ähnlich“ künftig ausgelegt wird. Die Formulierung ist breit genug, um auch andere Digitalgeld- oder Abwicklungsprojekte zu erfassen, die zentrale Merkmale einer CBDC teilen, selbst wenn sie anders benannt sind. Gleichzeitig rückt die Frage in den Vordergrund, wie Regulierer und Marktteilnehmer die Stablecoin-Ausnahme interpretieren – und welche Modelle unter die Kriterien „open, permissionless and private“ fallen.
Hinweis: Der Text basiert auf einem Beitrag, der ursprünglich unter dem Titel "US Moves Toward CBDC Ban Until 2030 as Housing Bill Headed to Trump" veröffentlicht wurde.