THORChain nimmt Handel nach 10,7 Mio. US-Dollar GG20-Exploit wieder auf und kündigt XMR/ZEC-Swaps an

THORChain hat am 23. Juni die Wiederaufnahme des Handels bekannt gegeben. Das Protokoll war seit mehr als einem Monat offline, nachdem ein Exploit am 15. Mai rund 10,7 Mio. US-Dollar aus einem einzelnen Vault abgezogen hatte. Auf X teilte THORChain mit: "Trading is live again on THORChain". Reaktiviert wurden demnach Swaps, Signierung, Churning, gesicherte und handelbare Assets sowie Aktionen von Liquiditätsanbietern. Hintergrund des Vorfalls: Am 15. Mai wurde eine Schwachstelle im GG20-Threshold-Signature-Schema ausgenutzt. Ein neu in den Churning-Prozess gelangter, bösartiger Node-Operator rekonstruierte durch schrittweisen Abfluss von Schlüsselmaterial einen vollständigen Private Key und leerte einen Vault. Die übrigen vier Vaults blieben unberührt. Automatische Solvenzprüfungen erkannten die Unwucht innerhalb weniger Minuten; das Netzwerk stoppte daraufhin Signierung und Trading über mehrere Chains, um den Schaden zu begrenzen. Für den Neustart betonte THORChain einen kontrollierten Wiederanlauf. Vor der Freigabe seien alle Vaults verifiziert und sämtliche Node-Keyshares geprüft worden: "Every vault verified, every keyshare checked." Die meisten Vaults wurden über KeyVerify validiert, Legacy-Vaults wurden durch Migration in ein neues Vault-Set außer Betrieb genommen. Voraussetzung war zudem das von den Validatoren zu genehmigende Upgrade auf v3.19.0. Dieses Release ergänzt unter anderem eine "compromisedvault"-Quarantäne, Keyshare-Checks sowie Recovery-Logik in Verbindung mit ADR028. Der Exploit legte Schwächen in der GG20-Implementierung offen. In der Community gab es zuvor Kritik an Überlegungen, zunächst bei einer gepatchten GG20-Version zu bleiben, statt umgehend zu ersetzen. THORChain verweist auf einen zweistufigen Ansatz: kurzfristig die konkrete Lücke schließen, während langfristige kryptografische Änderungen weiter geprüft werden. Der Neustartplan setzt auf sicherheitsorientierte Verifikation und gestufte Freigaben durch Validatoren, um das Risiko zu begrenzen. Marktdaten von Crypto.news zeigten RUNE am 23. Juni bei 0,419456 US-Dollar. Das entspricht einem Minus von 0,2% in 24 Stunden und einem Plus von 2% auf Wochensicht; das Tagesvolumen lag bei 16,29 Mio. US-Dollar. Trotz deutlichem Abstand zum Allzeithoch blieb ein kräftiger Abverkauf am Tag der Wiedereröffnung aus. Als nächste Schritte stellte THORChain Produktstarts in Aussicht. "XMR is coming." Native Monero-Swaps sollen in Tests bereits End-to-End funktionieren, ein Live-Launch ist geplant. Zcash-Unterstützung soll folgen; frühere Berichte nannten einen möglichen Start von ZEC innerhalb von etwa zwei Wochen nach dem Neustart. Zudem wurde Bittensor für eine spätere Phase genannt. Auf der Roadmap stehen außerdem dynamische Gebühren und Maßnahmen zur Vertiefung der Liquidität. Die Wiedereröffnung bringt die Cross-Chain-Handelsfähigkeit der nach eigenen Angaben führenden Bitcoin-DEX zurück. Entscheidend wird nun die operative Stabilität: reibungslose Swaps, belastbare Vault-Sicherheit unter erhöhter Beobachtung und die Rückkehr von Liquidität nach der einmonatigen Pause. Wie schnell Nutzer und Liquiditätsanbieter zurückkommen, hängt von der technischen Umsetzung und dem Vertrauen in die Schutzmechanismen nach dem Vorfall ab.