Thailand beschlagnahmt 315 Bitcoin-Mining-Geräte in fünf Provinzen

Thailändische Behörden haben am 21. Juni in fünf nordöstlichen Provinzen 315 Bitcoin-Mining-Rigs beschlagnahmt. Den Betreibern wird vorgeworfen, Stromzähler manipuliert zu haben, um die Stromkosten zu senken. Die koordinierte Aktion umfasste 14 Standorte; der Schaden durch Stromdiebstahl wird auf rund 40 Mio. Baht (etwa 1,1 Mio. US-Dollar) geschätzt. Die Razzien fanden in der Isan-Region in den Provinzen Ubon Ratchathani, Yasothon, Amnat Charoen, Roi Et und Maha Sarakham statt. Beteiligt waren das Innenministerium, die Provincial Electricity Authority (PEA) und die Royal Thai Police, die zeitgleich gegen die Zielobjekte vorgingen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Lalida Periswivattana verwies auf auffällige Verbrauchsmuster, die typisch für Mining-Farmen sind. Nach Angaben Periswivattanas beeinträchtigten die mutmaßlich illegalen Aktivitäten zudem die Stabilität der lokalen Stromversorgung und erhöhten damit das Infrastrukturrisiko über den reinen finanziellen Schaden hinaus. Namen von Personen oder Unternehmen, denen die sichergestellte Hardware zugeordnet wird, wurden nicht genannt. Im Fokus der Ermittler steht besonders die Zählermanipulation. Die PEA warnt, dass die Verluste letztlich beim Versorger und damit mittelbar bei den Stromkundinnen und -kunden landen können. Zur Identifikation verdächtiger Anlagen setzt die Behörde verstärkt auf die Analyse von Verbrauchsprofilen: Mining-Rigs ziehen nahezu konstant Strom und erzeugen eine gleichmäßige, hohe Grundlast, die sich deutlich von üblichen Haushalts- oder Gewerbemustern unterscheidet. Der Einsatz reiht sich in eine Serie von Maßnahmen ein. Thailand verfügt über ein vergleichsweise entwickeltes Regelwerk für digitale Vermögenswerte; die Securities and Exchange Commission überwacht unter anderem Börsen und Token-Angebote. Die betroffenen Provinzen zählen zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen des Landes, was sie wegen niedrigerer Standortkosten und teils weniger intensiver Kontrolle für Betreiber attraktiv macht. Für Marktteilnehmer ist der geschätzte Schaden von 40 Mio. Baht im Verhältnis zum globalen Kryptomarkt zwar begrenzt. Aus Sicht thailändischer Behörden gilt der Fall als Hinweis auf ein strukturelles Problem und als Begründung für weitere, möglicherweise ausgeweitete Durchsetzungsschritte.