SpaceX-Börsengang gilt als verkraftbar – Sorgen über KI-IPO-Welle und höhere Marktvolatilität bleiben

Huo Xing Finance berichtet: Am 11. Juni meldete CNBC, dass die Wall Street die zusätzlichen Aktien aus dem geplanten SpaceX-Börsengang grundsätzlich als für den Markt verkraftbar einschätzt. Anleger blicken dennoch mit Sorge auf mögliche Turbulenzen, falls im Anschluss eine Serie großer KI-bezogener IPOs und Kapitalmaßnahmen folgt. Daten von Gavekal Research zeigen, dass Unternehmen im S&P 500 in den zwölf Monaten bis Ende September 2025 zusammen rund 1,7 Billionen US-Dollar an Eigenkapital ausgegeben haben – das entspricht etwa 140 Milliarden US-Dollar pro Monat. Vor diesem Hintergrund erscheine das für SpaceX erwartete Fundraising von 75 Milliarden US-Dollar relativ klein: Es liege nur geringfügig über dem Gegenwert von gut zwei Wochen an Aktionärsausschüttungen. Gemessen an der Größe des US-Aktienmarkts seien solche Emissionen "überraschend leicht aufzunehmen"; ein Liquiditätsabfluss dürfte die US-Börsen demnach nur kurzfristig belasten. Neben SpaceX suchen auch Anthropic, OpenAI und Alphabet nach Kapital am öffentlichen Markt. Zusammengenommen planen diese vier Unternehmen laut Bericht rund 380 Milliarden US-Dollar einzusammeln – ungefähr so viel wie zwei Monate des genannten Emissionsvolumens. Gleichzeitig gelten IPOs typischerweise als volatil. Eine Truist-Wealth-Auswertung von 30 großen Börsengängen der vergangenen 15 Jahre zeigt: Neu gelistete Aktien geben innerhalb eines Jahres häufig nach und erleiden teils deutliche Rücksetzer. Der Median lag nach einem Jahr bei minus 9%, der durchschnittliche maximale Drawdown im ersten Jahr bei 54%. Der SpaceX-IPO könnte zudem eine Rotation innerhalb des Technologiesektors auslösen, da Investoren bestehende Gewinner verkaufen, um neue Angebote zu finanzieren. In dieser Woche seien bereits Anzeichen sichtbar gewesen: Kapital floss aus stark gelaufenen Chipwerten in defensivere Bereiche wie Basiskonsumgüter. Für zusätzliche Ausschläge könnten auch Änderungen bei Nasdaq-Regeln sorgen. Wird SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen, soll das Indexgewicht laut Bericht nicht allein auf dem frei handelbaren Streubesitz von 75 Milliarden US-Dollar basieren, sondern mit einem 3x-Multiplikator berechnet werden – faktisch also mit einer Marktkapitalisierung von 225 Milliarden US-Dollar. Kursbewegungen nach dem IPO könnten dadurch über Zu- und Abflüsse passiver Fonds verstärkt werden. Bemerkenswert ist zudem die beispiellose Beteiligung von Privatanlegern am SpaceX-IPO. Jay Woods, Chief Market Strategist bei Freedom Capital Markets, warnte, dies könne bei vielen Investoren zu enttäuschenden Erfahrungen führen. SpaceX sei "kein Lottoschein", sondern eine langfristige Anlage, deren Bewertung Zeit brauche, um sich zu entfalten.