Strategy: Vorzugsaktie STRC rutscht unter 90 US-Dollar – Handelsvolumen schießt nach oben
Die Vorzugsaktie STRC von Strategy schloss am 17. Juni bei 89 US-Dollar und verzeichnete damit den schwächsten Handelstag seit dem Start im Juli 2025. Das Handelsvolumen sprang auf rund 10,7 Mio. Aktien.
Der Kurs von 89 US-Dollar entspricht einem Abschlag von 11% auf den Nennwert von 100 US-Dollar – ein sensibles Signal, weil STRC genau darauf ausgelegt wurde, nahe am Nennwert zu handeln.
Warum der "Stretch"-Mechanismus nicht mehr greift
STRC wurde beim Debüt von Strategy als "Stretch" vermarktet. Die Konstruktion sieht eine variable Dividendenrate vor, die monatlich angepasst wird und den Börsenkurs um 100 US-Dollar stabilisieren soll. Der aktuelle annualisierte Dividendenzins liegt bei 11,50% und wird zweimal monatlich ausgezahlt.
Durch den Kursrückgang auf 89 US-Dollar ist die effektive Rendite auf über 12,9% gestiegen. Das hat eine konkrete operative Folge: Strategy hat sein At-the-Market-Programm (ATM) für STRC ausgesetzt. Über dieses Programm platzierte das Unternehmen neue Vorzugsaktien am Markt, um Kapital für Bitcoin-Käufe einzuwerben. Unter Nennwert zu emittieren wäre verwässernd und wirtschaftlich kontraproduktiv – die ATM-Emissionen sind daher gestoppt.
Der Bitcoin-Verkauf, der auffiel
Für ein Unternehmen, das seine Identität über jahrelanges "niemals Bitcoin verkaufen" aufgebaut hat, war das Geschehen Ende Mai 2026 bemerkenswert: Strategy verkaufte 32 BTC für rund 2,5 Mio. US-Dollar, um Dividendenverpflichtungen auf STRC zu bedienen.
32 Bitcoin sind im Verhältnis zu den Gesamtbeständen von etwa 846.842 BTC kaum mehr als eine Randnotiz. Die Signalwirkung ist trotzdem erheblich. Michael Saylor hat über Jahre eine Marke rund um permanente Bitcoin-Akkumulation aufgebaut. Der Verkauf erfolgte in einer Phase, in der Bitcoin zwischen 62.000 und 65.000 US-Dollar gehandelt wurde.
Bleibt STRC unter pari und bleibt das ATM-Programm ausgesetzt, verliert Strategy einen zentralen Finanzierungskanal. Dividenden müssen weiter gezahlt werden. Diese Zahlungen stammen dann faktisch aus dem Bitcoin-Bestand statt aus Emissionserlösen.
Was das für Anleger bedeutet
STRC ist nicht mit den Bitcoin-Beständen von Strategy besichert. Vorzugsaktionäre haben damit einen Anspruch auf Cashflows und allgemeine Vermögenswerte des Unternehmens, aber kein direktes Pfandrecht auf die rund 846.842 BTC in der Bilanz.
Für STRC-Anleger heißt das: Wer zu pari eingestiegen ist und nun bei 89 US-Dollar hält, sitzt auf einem Kursverlust von 11%, teilweise kompensiert durch seit Juli 2025 erhaltene Dividenden. Die effektive Rendite von über 12,9% könnte einkommensorientierte Investoren anziehen. Ob die Ausschüttungen dauerhaft tragfähig sind, hängt jedoch nahezu vollständig von der Bitcoin-Preisentwicklung ab.
Marktweit bedeutet die ATM-Pause, dass ein Käufer im Bitcoin-Markt wegfällt. Strategy gehörte in den vergangenen Jahren zu den konstantesten großvolumigen Bitcoin-Akkumulatoren. Wenn der Finanzierungskanal über Vorzugsaktien weiter beeinträchtigt bleibt, verschwindet diese stetige Nachfrage oder nimmt zumindest ab – in einem ohnehin volatilen Marktband von 62.000 bis 65.000 US-Dollar.
Entscheidend werden die nächsten monatlichen Anpassungen der Dividendenrate. Hebt Strategy den STRC-Satz deutlich an, um den Kurs wieder in Richtung 100 US-Dollar zu ziehen, steigen die Kapitalkosten und der Druck auf die Cashflows nimmt zu. Fällt die Anhebung zu gering aus, bleibt der Kurs gedrückt und das ATM-Programm bleibt faktisch eingefroren.