Strategy-CEO Phong Le skizziert 80-Mrd.-US-Dollar-Finanzierungsplan für weitere Bitcoin-Käufe

Strategy Inc. (vormals MicroStrategy) hält an seiner Bitcoin-Akkumulationsstrategie fest. CEO Phong Le will den Zukauf über eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital finanzieren. Ziel sei es, innerhalb eines Jahres über 80 Mrd. US-Dollar einzusammeln, um damit zusätzliche Bitcoin zu erwerben. Für die Finanzierung setzt Strategy auf zwei Hebel: Anleihen und Aktien. Auf der Fremdkapitalseite kommen unter anderem Wandelanleihen zum Einsatz. Auf der Eigenkapitalseite platziert das Unternehmen neue Aktien, häufig zu Zeitpunkten, in denen die Bewertung günstig aus Sicht der Kapitalaufnahme ist. Strategy betont, Kapital bevorzugt dann aufzunehmen, wenn die Aktie über dem Nettoinventarwert (NAV) handelt. Liegt der Kurs über dem rechnerischen Wert der gehaltenen Bitcoin je Aktie, werden neue Aktien verkauft. Den daraus entstehenden Bewertungsaufschlag nutzt das Unternehmen, um weitere BTC zu kaufen. Zusätzlich hat Strategy eine unbefristete Vorzugsaktie mit dem Namen STRC eingeführt. Sie bietet eine variable annualisierte Dividende von rund 11,5% und dient als weiterer Finanzierungskanal, auch für renditeorientierte Anleger, die einem Bitcoin-fokussierten Unternehmen sonst fernbleiben würden. Stand Anfang Mai 2026 hielt Strategy mehr als 818.000 BTC zu Anschaffungskosten von rund 61,81 Mrd. US-Dollar. Ende Mai oder Anfang Juni 2026 veräußerte das Unternehmen 32 BTC für etwa 2,5 Mio. US-Dollar. Es war der erste Bitcoin-Verkauf seit Dezember 2022. Le zufolge sollen Bitcoin-Verkäufe nur dann stattfinden, wenn der Aktienkurs unter den NAV fällt und alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Die kleine Liquidation deutet darauf hin, dass diese Bedingungen zumindest kurzzeitig erfüllt waren. Strategy bekräftigte, dass der Verkauf von Bitcoin in der Finanzsteuerung nur als letztes Mittel vorgesehen ist. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Kennzahl "Bitcoin je Aktie". Strategy will die BTC-Deckung pro Aktie erhöhen, ohne bestehende Aktionäre übermäßig zu verwässern. Bitcoin-Verkäufe laufen diesem Ziel zuwider und gelten deshalb als Notfallhebel. Strategy begann 2020 mit dem Aufbau der Bitcoin-Position, damals noch vor allem als Anbieter von Business-Intelligence-Software bekannt. Inzwischen positioniert sich das Unternehmen als "world's first and largest Bitcoin Treasury Company". Die Umbenennung von MicroStrategy zu Strategy Inc. untermauerte den Strategiewechsel. Phong Le, Präsident und CEO, treibt die Umsetzung maßgeblich voran. Die geplante Finanzierung über Wandelanleihen, Vorzugsaktien und At-the-Market-Aktienplatzierungen erfordert entsprechend komplexes Treasury-Management. Für Anleger ist entscheidend: Das Modell hängt davon ab, dass MSTR-Aktien mit Aufschlag auf den NAV gehandelt werden. In einer längeren Bitcoin-Schwächephase, in der der Kurs auf oder unter den NAV fällt, gerät die Kapitalaufnahme ins Stocken. Der erste BTC-Verkauf seit 2022 ist ein Hinweis darauf, dass selbst überzeugte Bitcoin-Halter unter bestimmten Bilanzbedingungen verkaufen können. Investoren in MSTR gehen damit eine gehebelte Bitcoin-Wette ein, ergänzt um Ausführungsrisiken auf Unternehmensebene, Verwässerungsrisiken und Zinsrisiken.