Mehr als 400 große Schiffe warten vor der Straße von Hormus – Spannungen halten an
Huo Xing Finance zufolge stauen sich vor der Straße von Hormus weiterhin große Frachter. Bis zum 22. Juni zeigen Schifffahrts- und Satellitendaten, dass trotz einer teilweisen Lockerung von US-Beschränkungen und der vorsichtigen Wiederaufnahme einzelner kommerzieller Transitfahrten mehr als 400 große Schiffe außerhalb der Meerenge auf Reede liegen. Damit bleibt die Lage auf einer der wichtigsten globalen Routen für Rohöltransporte unsicher.
Auswertungen des ESA-Radarsatelliten Sentinel1 weisen darauf hin, dass sich am Sonntag gegen 14:15 GMT 441 große Einheiten in einer Größenordnung von Öltankern in den Gewässern bei Sohar (Oman) sowie vor Fujairah (VAE) konzentrierten. Das ist mehr als in der frühen Phase der Auseinandersetzungen im April.
Reedereien sprechen von einer großflächigen Vorpositionierung, um Transportketten rasch hochfahren zu können, sobald die Meerenge vollständig wieder freigegeben ist. Der tatsächliche Transit bleibt nach Angaben aus der Branche stark eingeschränkt, solange die Gespräche zwischen den USA und Iran zu Waffenruhe sowie Schifffahrtsprotokollen nicht abgeschlossen sind.
Satellitendaten zeigen für Sonntag in der Hauptfahrtrinne nahezu Stillstand. Zuvor hatte Iran einer Öffnung der Wasserstraße und dem Räumen von Seeminen zugestimmt, später aber angesichts neuer regionaler Spannungen eine stufenweise Schließung angekündigt.
US- und iranische Vertreter verhandeln derweil in der Schweiz über einen "Deeskalationsmechanismus" und Vereinbarungen zur maritimen Sicherheit. Washington nennt als zentrale Punkte, die dauerhafte Offenhaltung der Meerenge sicherzustellen und Navigationsbegriffe verbindlich zu klären.
Bei der operativen Entwicklung gab es einzelne Signale: Am Montag passierten vier katarische LNG-Tanker die Straße von Hormus – der höchste Tageswert seit der Eskalation Ende Februar. Zudem haben einige Schiffe ihre AIS-Transponder wieder aktiviert und ihre Positionen offengelegt, was am Markt als Hinweis auf leicht sinkende Risikoprämien gewertet wird.
Nach der Aufhebung bestimmter US-Restriktionen für iranische Häfen und Schiffe in der Vorwoche hat sich auch die Bewegung iranischer Öltanker teilweise normalisiert. Insgesamt bleibt der Seeverkehr in der Region durch hohe Unsicherheit und geringe operative Effizienz geprägt.