Krypto-Handelsvolumen fällt auf Tiefstand seit zwei Jahren – Anzeichen von Markt-Ermüdung
Die Handelsaktivität bei den größten Krypto-Assets außerhalb der Stablecoins ist auf ein Niveau gesunken, das zuletzt 2024 erreicht wurde. Das geht aus neuen Daten des On-Chain-Analysehauses Santiment hervor. Die Analysten sehen darin ein Umfeld, in dem sich viele Trader zurückgezogen haben – ein Muster, das in der Vergangenheit nicht selten vor sogenannten Relief-Rallyes zu beobachten war, sobald Vertrauen in den Markt zurückkehrt.
Santiment schrieb am 11. Juni auf X, dass die volumenstarken Top-Assets ein Zwei-Jahres-Tief bei den Handelsvolumina markieren. Die Entwicklung werte das Unternehmen eher als Kapitulationssignal denn als Beginn einer neuen Abwärtswelle. "Trader scheinen derzeit weder aggressiv zu kaufen noch zu verkaufen. Makro-Unsicherheit, geopolitische Spannungen und jüngste Liquidationen halten viele Marktteilnehmer an der Seitenlinie", so die Einschätzung.
Schwache Aktivität wirkt zwar auf den ersten Blick bärisch, Santiment verweist aber darauf, dass Phasen geringer Beteiligung historisch oft unmittelbar vor kräftigen Erholungen lagen. Märkte drehten selten nach oben, solange Anleger Kursen aktiv hinterherliefen; Wendepunkte entstünden häufig dann, wenn Trader desinteressiert seien und nur wenig Bewegung erwarteten.
CoinGecko-Daten stützen den Eindruck eines ausgedünnten Handels: Das 24-Stunden-Volumen von Bitcoin lag bei rund 30 Mrd. US-Dollar und damit knapp 20% unter dem Vortag. Bei Ethereum fiel der Rückgang mit 1,40% deutlich geringer aus. Tron (TRX) und BNB verzeichneten Minuswerte von 4% beziehungsweise 10%. Gleichzeitig gab es Ausnahmen: Solana (SOL) legte beim 24-Stunden-Volumen um 23% zu, Ripple's XRP um 11%.
Santiment beschreibt die Lage als Markt, in dem Kapital trotz anhaltender Entwicklung und institutioneller Beteiligung in der Branche weitgehend ungenutzt bleibt – und der auf einen neuen Impuls wartet. "Wenn das Vertrauen zurückkehrt, könnten schon geringe Zuflüsse ausreichen, um eine dringend benötigte Relief-Rally auszulösen, sobald Kapital von der Seitenlinie in den Sektor zurückkehrt", lautet das Fazit.
Der Rückgang der Beteiligung fällt zudem in eine schwierigere On-Chain-Phase. Laut Daten, die Anfang der Woche vom CryptoQuant-Mitwirkenden Axel Adler Jr. veröffentlicht wurden, sank die 30-Tage-Veränderung der Realized Cap von BTC auf 1,1% – der stärkste Kapitalabfluss seit Mitte März. Seit dem Hoch im Mai seien rund 12 Mrd. US-Dollar aus dem Netzwerk abgeflossen.
Auch der angepasste SOPR von Bitcoin, ein Maß dafür, ob Coins mit Gewinn oder Verlust verkauft werden, liegt seit 13 Tagen in Folge unter 1,0. Das bedeutet, dass die on-chain bewegten BTC im Durchschnitt mit Verlust veräußert werden – ein Signal, das Adler mit dem Ausstieg schwächerer Marktteilnehmer in Verbindung bringt.