Bericht: USA wollen Iran sofortige Wiederaufnahme von Öl-Exporten erlauben

Guten Morgen. Heute ist Mittwoch, 17. Juni 2026. Hier ist Ihr Markt-Update. Top-Themen 1) Chinas Nationale Statistikbehörde: Die reale Wertschöpfung der Industrieunternehmen oberhalb der festgelegten Größe stieg im Mai um 4,5% gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum legte damit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat zu. 2) US-Präsident Trump erklärte am 16., die USA und Iran hätten online ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die Verhandlungen über ein US-Iran-Abkommen seien in Phase zwei eingetreten, "die einfacher sein sollte als die erste". Zugleich sagte er, die USA würden keine Mittel in Iran investieren. 3) Die Circulation Division des China Iron and Steel Industry Association veröffentlichte gemeinsam mit mehr als 40 regionalen Verbänden die "Initiative gegen internen Wettbewerb in der Stahlhandelsbranche". Gefordert wird Widerstand gegen Praktiken wie Verkauf unter Selbstkosten und das gezielte Abwerben von Aufträgen. 4) World Gold Council (WGC): 45% der befragten Zentralbanken erwarten, ihre Goldbestände in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. 5) Laut Xinhua sagte Trump am 16., die Straße von Hormus werde vollständig vor dem 19. wieder geöffnet. 6) Medienberichte: Die USA werden Iran erlauben, Öl-Exporte sofort wieder aufzunehmen. 7) Saudi-Medien veröffentlichten die Eckpunkte eines 14-Punkte-Memorandums zwischen den USA und Iran. Makro 1) NBS: Im Mai stieg die Industrieproduktion (Wertschöpfung) der Unternehmen oberhalb der festgelegten Größe im Monatsvergleich um 0,40%. Von Januar bis Mai lag das Plus bei 5,4% gegenüber dem Vorjahr. 2) UBS Global Wealth Management verschiebt seine Erwartung für Fed-Zinssenkungen auf März und Juni 2027 und rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Senkungen. UBS erwartet nun jeweils 25 Basispunkte im März und Juni 2027; zuvor waren 25 Basispunkte im Dezember 2026 und März 2027 prognostiziert. 3) Trump bekräftigte am 16. die Online-Unterzeichnung eines MoU zwischen den USA und Iran und den Start der zweiten Verhandlungsphase; US-Investitionen in Iran schloss er aus. 4) Maersk passt den Peak Season Surcharge (PSS) für Routen Fernost–Nordeuropa sowie Fernost–Mittelmeer an: Für alle 20-Fuß-Container aus Fernost (ohne Korea) werden 750 US-Dollar berechnet, für 40- und 45-Fuß-Container 1.500 US-Dollar. 5) Xinhua: Trump erwartet die vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus vor dem 19. 6) Saudi-Medien: Das 14-Punkte-Memorandum sieht unter anderem eine sofortige und dauerhafte Einstellung aller Feindseligkeiten an allen Fronten vor, einschließlich Libanon, wirksam ab Unterzeichnung. Zudem sollen künftige feindliche Handlungen, Drohungen oder Gewaltanwendung unterbleiben. Ein endgültiges Abkommen soll diese und weitere Bestimmungen bestätigen. Beide Seiten sagen zu, Souveränität und territoriale Integrität zu achten und sich nicht in innere Angelegenheiten einzumischen. Marktbewegungen: Globale Futures 1) Edelmetalle: COMEX Gold +0,03% auf 4.353,00 US-Dollar je Unze; COMEX Silber -0,08% auf 70,12 US-Dollar je Unze. 2) Öl: US-WTI (Frontmonat) -5,11% auf 76,62 US-Dollar je Barrel; Brent (Frontmonat) -4,61% auf 79,34 US-Dollar je Barrel. 3) Industriemetalle (London): Blei +0,63% auf 1.982,5 US-Dollar/Tonne; Kupfer +0,52% auf 13.816,5; Aluminium +0,34% auf 3.391,0; Nickel +0,25% auf 17.955,0; Zinn -0,49% auf 55.030,0; Zink -0,79% auf 3.561,5. Stahl/Schwarze Serie 1) NBS: Immobilienmarkt Januar bis Mai 2026: Baufläche der Immobilienentwickler insgesamt 5.487,750 Mio. m² (-12,3% ggü. Vorjahr). Wohnbaufläche 3.808,300 Mio. m² (-12,6%). Neu begonnene Baufläche 179,290 Mio. m² (-22,6%). 2) Mysteel (Satellitendaten): 8. bis 14. Juni 2026 lagen die Eisenerzbestände in sieben großen Häfen in Australien und Brasilien bei 13,251 Mio. Tonnen, 225.000 Tonnen mehr als zuvor. Trotz des leichten Anstiegs weiterhin unter dem Durchschnitt seit dem 2. Quartal. 3) NBS: Stahlproduktion im Mai 123,03 Mio. Tonnen (-2,8% ggü. Vorjahr). Januar bis Mai kumuliert 592,99 Mio. Tonnen (-1,5%). Rohstahl im Mai 84,36 Mio. Tonnen (-2,7%). Januar bis Mai kumuliert 415,53 Mio. Tonnen (-3,9%). 4) Stahlhandelsbranche: Die Initiative gegen internen Wettbewerb richtet sich gegen Unterkostenverkauf und aggressives Auftragsabwerben. Zudem wird eine geordnete Steuerung von Exportaufträgen gefordert, um handelsbedingte Friktionen durch blindes Unterbieten im Ausland zu vermeiden. Agrarrohstoffe 1) National Grain and Oil Information Center: Stand 12. Juni lagen die Import-Sojabohnenbestände in großen Ölmühlen bei 7,26 Mio. Tonnen (+430.000 WoW, +1,42 Mio. MoM, +660.000 YoY, +1,45 Mio. ggü. 3-Jahres-Schnitt). Sojaschrotbestände 570.000 Tonnen (+100.000 WoW, +330.000 MoM, +150.000 YoY, -80.000 ggü. 3-Jahres-Schnitt). 2) NDRC-Preisüberwachungszentrum: Stand 10. Juni 2026 lag der Lebendschweinepreis bei 9,71 CNY/kg, Mais bei 2,42 CNY/kg, Schwein-Getreide-Verhältnis bei 4,01. Gegenüber 3. Juni: Schweinepreis -0,51%, Mais -0,82%, Verhältnis +0,25%. 3) China Feed Industry Association: Industrielle Futtermittelproduktion im Mai 28,9 Mio. Tonnen (unverändert MoM, +1,6% YoY). Maisanteil in Mischfutter 38,0%; Sojaschrotanteil in Misch- und Konzentrationsfutter 13,1%. 4) EU-Kommission: Bis 14. Juni beliefen sich die EU-Palmölimporte 2025/26 auf 2,73 Mio. Tonnen (Vorjahr 2,87 Mio.). Sojaimporte 2025/26: 13,21 Mio. Tonnen (Vorjahr 14,02 Mio.). 5) Anec: Brasiliens Sojaexporte im Juni werden auf 15,31 Mio. Tonnen geschätzt (zuvor 14,38 Mio.). Sojaschrotexporte im Juni bei 2,24 Mio. Tonnen (zuvor 2,31 Mio.). Energie/Chemie 1) NBS: Flachglasproduktion im Mai 75,48 Mio. Gewichtskisten (-6,3% YoY). Januar bis Mai kumuliert 370,41 Mio. Gewichtskisten (-6,3% YoY). 2) Goldman Sachs senkt Prognosen: Brent Q4 2026 auf 80 US-Dollar (zuvor 90), durchschnittlich 2027 auf 75 (zuvor 80). WTI: Q4 2026 bei 75 US-Dollar je Barrel, 2027 bei 70. 3) Informierte Kreise: Katar will nach Wiederöffnung der Straße von Hormus die LNG-Produktion rasch hochfahren und binnen zwei Monaten den Großteil der Exportkapazität wiederherstellen. 4) Commerzbank erwartet bis Jahresende hohe Ölpreise und sieht Brent bei rund 85 US-Dollar je Barrel. Rohstoffresearch-Chefin Thu Lan Nguyen: "Wir glauben, dass weitere Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein neues Nuklearabkommen sehr holprig verlaufen könnten." 5) The Wall Street Journal: Unter dem Abkommen sollen die USA Iran erlauben, Öl- und Kraftstoffexporte sofort wieder aufzunehmen, als unmittelbarer wirtschaftlicher Anreiz zur Deeskalation. Ein Regierungsvertreter sagte, Iran werde dennoch nicht sofort Zugriff auf im Ausland eingefrorene Vermögenswerte in Milliardenhöhe erhalten. Metalle 1) SMM: Große Primärbleihütten in Zentralchina planen jährliche Wartungen von Ende Juli bis August. Erwarteter Produktionseffekt rund 9.000 Tonnen pro Monat. Das Angebot soll von Juli bis September unter Normalniveau bleiben; volle Auslastung wird bis Ende September erwartet. 2) Mysteel: Am 16. Juni beschleunigte sich der Rückgang der Capesize-Frachtrate Brasilien/Westafrika–China um 1,9 US-Dollar je WMT auf 32,609 US-Dollar je WMT. Im Bauxitmarkt wurden teils Offerten bis 31 US-Dollar je WMT genannt, zurück auf Niveaus von Mitte April. 3) WGC: 45% der befragten Zentralbanken planen binnen 12 Monaten höhere Goldbestände (+2 Prozentpunkte YoY). Der globale Leiter für Zentralbanken beim WGC sieht anhaltend hohe Goldnachfrage; jüngste Preisrückgänge änderten den Ausblick nicht. 4) Guangzhou Futures Exchange: Während der Drachenbootfest-Feiertage 2026 bleiben Preislimits und Margin-Anforderungen für alle gelisteten Futures-Kontrakte unverändert. Mitgliedsfirmen sollen Kunden angemessen auf Risiken hinweisen, das Risikomanagement stärken und einen stabilen Marktbetrieb sichern. Research/Kommentar aus dem Futures-Markt 1) Polysilizium-Futures: Laut Guangfa Futures sind die Preise deutlich gefallen, da die zuvor eingepreisten Erwartungen an angebotsseitige Maßnahmen gegen ruinösen Wettbewerb sowie an Energieeffizienz-Kennzahlen nachgelassen haben. Der Markt sei fundamental schwach, mit anhaltendem Überangebot und zusätzlichem Druck in der Regenzeit. Für Juni wird eine Produktion über 90.000 Tonnen erwartet; die Wochenproduktion stieg leicht um 0,07 Mio. Tonnen auf 238.000 Tonnen. Die Nachfrage orientiere sich weiter an den bisherigen Wachstumserwartungen. 2) Kohle/Koks: CITIC Futures berichtet, dass Kokskohleminen die Produktion weiter hochfahren. Die Stimmung zu unfallbedingten Störungen habe nachgelassen. Die siebte Runde von Kokspreiserhöhungen sei umgesetzt, Spotpreise blieben fest. Die Roheisenproduktion liege relativ hoch und stütze die Nachfrage; höhere Spotpreise könnten die Kaufbereitschaft der Abnehmer dämpfen. Die Börse senkte die Margin für Koks und erhöhte Handelslimits für Liefermonatskontrakte – die erste Lockerung seit 2021, was die Aktivität bei Koks-Futures erhöhen könnte. Kokskohle stand durch nahe Liefertermine unter Druck; nach einer Korrektur in den letzten zwei Handelstagen hätten sich die Preise normalisiert und dürften wieder stärker fundamental getrieben sein. Trotz Produktionswiederaufnahme blieben mittel- bis langfristige Angebotsrestriktionen ein Thema. Wichtige Daten und Termine 1) 17. Juni, 16:00: IEA veröffentlicht den monatlichen Ölmarktbericht. 2) 17. Juni: WBMS (April) – globale Angebots- und Nachfragebedingungen im Metallmarkt (Zeit: TBA). 3) 18. Juni, 02:00: Fed (FOMC) Zinsentscheidung und "Summary of Economic Projections"; 02:30 Pressekonferenz.