Horsford wartet auf GOP-Reaktion zu Krypto-Steuerforderungen im PARITY Act

Der demokratische Abgeordnete Steven Horsford (Nevada) sieht seine steuerpolitischen Forderungen für Krypto-Assets klar formuliert. Nun erwartet er den nächsten Schritt der Republikaner. Dreh- und Angelpunkt ist der Digital Asset PARITY Act, ein parteiübergreifender Gesetzentwurf, den Horsford gemeinsam mit dem republikanischen Abgeordneten Max Miller (Ohio) eingebracht hat. Die Vorlage soll die steuerliche Behandlung durch die US-Steuerbehörde IRS neu ordnen – von Staking-Erträgen bis hin zu kleinen Käufen mit Stablecoins. Horsford stellt dabei eine klare Bedingung: Eigenständige, von Republikanern geführte Krypto-Steuervorhaben will er nur unterstützen, wenn seine Änderungen zur Besteuerung von "validation rewards" (Validierungs-/Staking-Erträge) sowie zur Schließung potenzieller Schlupflöcher bei Spendenabzügen für digitale Vermögenswerte übernommen werden. Was der PARITY Act regeln würde Der Entwurf sieht eine De-minimis-Ausnahme für kleine Stablecoin-Transaktionen unter 200 US-Dollar vor. Nach den geltenden Regeln kann selbst bei kleinsten Zahlungen rechnerisch eine Kapitalertragsermittlung ausgelöst werden. Bei Staking-Erträgen behandelt die IRS die Belohnungen derzeit als steuerpflichtiges Einkommen zum Zeitpunkt des Zuflusses. Der PARITY Act würde diese Systematik neu fassen und damit das Problem des "phantom income" adressieren – Steuerpflicht auf Gewinne, die nur auf dem Papier entstehen. Außerdem soll die Regulierung digitaler Assets stärker an die Regeln für traditionelle Finanzinstrumente angelehnt werden, etwa bei Wash-Sales und bei steuerlichen Abzügen für wohltätige Spenden. Politik als Schachpartie Ein erster Entwurf datiert vom 20. Dezember 2025 und zielte vor allem auf Ausnahmen für Kleintransaktionen. Bis Mai 2026 wurde der Text weiterentwickelt: Die IRS soll die Ausnahmen prüfen und eine steuerliche Gleichbehandlung mit Aktienregeln sicherstellen. Hintergrund sind zahlreiche Überarbeitungen in einem Umfeld intensiver Kongressdebatten zur Digital-Asset-Politik in den Jahren 2025 und 2026. Horsford treibt seine Änderungen in den laufenden Beratungen des House Ways and Means Committee voran. Als nächste wichtige Frist gilt eine Anhörung am 9. Juni. Seine Forderungen konzentrieren sich auf zwei Punkte: Erstens die Behandlung von Validierungsvergütungen, als Oberbegriff, der Staking-Einkünfte einschließt. Zweitens die Eindämmung möglicher Gestaltungsspielräume bei Spendenabzügen für digitale Assets. Dort könnten Spender theoretisch die Differenz zwischen Anschaffungskosten (cost basis) und Marktwert in einer Weise nutzen, die bei klassischen Wertpapieren nicht möglich ist. Relevanz über Capitol Hill hinaus Im Senat sind Vorhaben zu verwandten Marktstrukturgesetzen ins Stocken geraten. Damit verlagert sich der Schwerpunkt der Krypto-Regulierung in das Repräsentantenhaus – und der PARITY Act gewinnt an Gewicht als eines der wenigen realistischen Reformvehikel in dieser Sitzungsperiode. Horsford begründet seinen Vorstoß auch mit der Wettbewerbsfähigkeit der USA im sich wandelnden Markt für digitale Vermögenswerte und verweist darauf, dass andere Jurisdiktionen die Krypto-Besteuerung bereits vereinfacht haben. Die Anhörung am 9. Juni ist der nächste greifbare Meilenstein. Investoren, die den Gesetzgebungskalender verfolgen, sollten besonders darauf achten, ob der überarbeitete Text konkrete Formulierungen zur Besteuerung von Validation Rewards und zu Leitplanken bei Spendenabzügen enthält. Diese beiden Punkte gelten als Signal, ob ein Kompromiss tatsächlich in Reichweite ist.