Stablecoin MSUSD verliert 85% – Sorgen um Liquidität

Der an MainStreet Finance gekoppelte Token MSUSD ist angesichts wachsender Liquiditätsbedenken stark eingebrochen. Wie das Blockchain-Sicherheitsunternehmen PeckShield berichtet, fiel der MSUSD-Kurs – eigentlich auf 1 US-Dollar ausgelegt – zeitweise um bis zu 85%. Gleichzeitig liegt die Auslastung im msY/USDC-Markt auf Morpho bei 100%. Mit den steigenden Risiken in diesem Markt rückt auch die von AlphaPING verwaltete Strategie AlphaUSDC Delta V2 in den Fokus. Den Daten zufolge hat AlphaUSDC Delta V2 rund 30% Exposure zu diesem Markt, was etwa 18 Mio. US-Dollar entspricht. Auslöser des Abverkaufs war laut Bericht, dass Accountable seine Validierungsvereinbarung mit MainStreet Finance beendet hat. Das nährte Zweifel an MainStreets Proof-of-Reserves-Infrastruktur. Entwickler von MainStreet erklärten, das Protokoll sei vollständig besichert. Das Problem liege nicht an einem Verlust von Vermögenswerten oder einer Verschlechterung der Portfoliostruktur, sondern an der Deaktivierung eines Proof-of-Reserves-Panels eines Drittanbieters. MainStreet erklärte in seiner Mitteilung: „Dies ist ein Infrastruktur- und Reporting-Problem, kein Solvenzproblem.“ Durch die Abschaltung des Dashboards werde das Oracle, das den Morpho-Markt stützt, voraussichtlich innerhalb der nächsten 24 Stunden den Betrieb einstellen. Das habe die Verunsicherung am Markt erhöht und die Kreditkosten nach oben getrieben. Zur Stabilisierung der Liquidität teilte MainStreet mit, man habe jüngst einige kurzfristige Box-Spread-Positionen geschlossen und mehr als 8 Mio. USDC an die Mint übertragen. Zudem führe das Protokoll Gespräche mit alternativen Proof-of-Reserves-Anbietern, baue Positionen schrittweise ab, um Liquidität wiederherzustellen, und sei bereit, bei Bedarf als „Liquidation Provider“ sowie „Liquidator of Last Resort“ einzuspringen. Nach Angaben der Organisation besteht das Kernportfolio von MainStreet überwiegend aus Box-Spread-Positionen. Diese seien so strukturiert, dass sie zum Fälligkeitszeitpunkt gegen den fairen Wert konvergieren und daher – bei Halten bis zur Fälligkeit – eine planbare NAV-Entwicklung ermöglichen. MainStreet räumte zugleich ein, dass eine vorzeitige Auflösung nicht immer reibungslos sei: Frühzeitige Exits könnten Transaktionskosten, breitere Bid-Ask-Spreads, Abschläge von Market Makern sowie Abzüge in Abhängigkeit von der Liquiditätslage nach sich ziehen. MainStreet bekräftigte, das Portfolio sei vollständig hinterlegt. Die unmittelbare Liquidierbarkeit der Vermögenswerte hänge allerdings von der aktuellen Markttiefe und der Risikobereitschaft der Market Maker ab. *Dies ist keine Anlageberatung.