Abracadabra greift mit Notfallmaßnahmen ein, um den MIM-Kurs zu stabilisieren

Wie CoinDesk berichtet, hat das DeFi-Kreditprotokoll Abracadabra einen Notfallplan aktiviert, nachdem sein Stablecoin Magic Internet Money (MIM) deutlich von der Dollar-Bindung abgewichen war. Um die Umlaufmenge zu senken und den Kurs wieder näher an 1 US-Dollar zu bringen, will das Projekt die Kreditaufnahme gezielt verteuern. MIM lag zeitweise mehr als 50% unter dem Peg, erholte sich zuletzt aber auf rund 0,95 US-Dollar. Zinsen in allen "Cauldrons" werden angehoben Abracadabra kündigte an, die Zinssätze schrittweise in sämtlichen Kreditmärkten des Protokolls anzuheben, den sogenannten "Cauldrons". Das gilt nicht nur für aktive Märkte, sondern auch für ältere sowie deaktivierte. Damit sollen Kreditnehmer dazu bewegt werden, offene Positionen rasch zurückzuzahlen, wodurch weniger MIM im Umlauf bleibt. Da MIM aktuell deutlich unter 1 US-Dollar notiert, können Schuldner den Stablecoin am Sekundärmarkt mit Abschlag kaufen und Verbindlichkeiten zum Nennwert tilgen, was den Rückzahlungsanreiz erhöht. Liquiditätsspritze von 100.000 US-Dollar blieb wirkungslos Vor den nun angekündigten, härteren Schritten hatte Abracadabra versucht, den Preis über zusätzliche Liquidität zu stützen. Am 15. Juni, kurz nachdem MIM erstmals unter die Bindung fiel, zahlte das Protokoll 100.000 US-Dollar in den wichtigsten Liquiditätspool auf Curve Finance ein. Das Team begründete den Schritt damals mit Ungleichgewichten im Pool nach Liquiditätsabzügen, ausgelöst durch jüngste Änderungen bei DeFi-Incentive-Strategien. Die Maßnahme brachte nur kurzfristige Entlastung und konnte weitere Kursrückgänge nicht verhindern. Sinkende Liquidität verschärft das Depegging MIM wurde im Mai 2021 als überbesicherter Stablecoin im Kryptomarkt eingeführt. Nutzer hinterlegen auf Abracadabra renditegenerierende Krypto-Assets als Sicherheit und leihen sich dafür MIM. Anders als bei fiat-gestützten Stablecoins hängt dieses Modell stärker von der Qualität der Sicherheiten und der Liquidität am Sekundärmarkt ab. Selbst bei Überbesicherung können sich die Kurse in Phasen schwacher Liquidität, belasteter Marktstimmung oder größerer Abflüsse aus Liquiditätspools deutlich vom Peg entfernen. Laut dem aktuellen Abracadabra-Vorschlag soll zunächst über höhere Zinsen und verstärkte Rückzahlungen Angebot aus dem Markt genommen werden. Anschließend will das Team die Marktliquidität schrittweise wieder aufbauen und die Preisstabilität verbessern.