Senatorin Lummis fordert strafrechtliche Ermittlungen gegen Banken wegen Kontokündigungen bei Trump und Krypto-Firmen
US-Senatorin Cynthia Lummis verschärft ihren Kurs gegen das, was sie als politisch motivierte Auswahl von Bankkunden bezeichnet. Die Republikanerin aus Wyoming verlangt eine strafrechtliche Untersuchung gegen große US-Banken. Sie wirft ihnen vor, Präsident Donald Trump, Mitglieder seiner Familie und Unternehmen aus dem Digital-Asset-Sektor systematisch und allein aus politischen Gründen aus dem Bankensystem gedrängt zu haben.
In einer Darstellung vom 31. Januar 2026 skizzierte Lummis den Umfang der aus ihrer Sicht koordinierten Maßnahmen rund um das Trump-Umfeld: "Donald Trump, der Präsident, wurde entbankt… Eric Trump wurde entbankt… Donald Trump Jr. wurde entbankt… Melania wurde entbankt… Digital-Asset-Firmen im ganzen Land wurden entbankt." Sie ordnet die Fälle einem Muster zu, das sie und andere Republikaner als "Operation Choke Point 2.0" bezeichnen.
Die ursprüngliche Operation Choke Point war eine Initiative aus der Obama-Ära, die Banken dazu brachte, Beziehungen zu legalen, politisch unerwünschten Branchen wie Payday-Lendern und Waffenhändlern zu kappen. Kritiker sehen in der "Neuauflage" ein ähnliches Vorgehen gegen Krypto-Unternehmen und politische Gegner der Biden-Regierung. Der House Financial Services Committee veröffentlichte am 30. November 2025 einen Bericht, wonach die Biden-Regierung die Entbankung von Digital-Asset-Unternehmen durch regulatorischen Druck auf Banken begünstigt habe. Demnach hätten Aufseher zwar keine ausdrücklichen Anweisungen zur Kündigung von Krypto-Kunden erteilt, aber signalisiert, dass deren Beibehaltung zusätzliche Prüfungen nach sich ziehen könne.
Im November 2025 schloss JPMorgan Chase Konten von Jack Mallers, CEO von Strike, einem Bitcoin-Zahlungsunternehmen. Lummis kommentierte damals, "Operation Choke Point 2.0" lebe "leider" weiter.
Bis Juni 2026 nahm der Vorgang auch auf Bundesebene Fahrt auf: US-Staatsanwältin Jeanine Pirro erließ im Rahmen einer Untersuchung zu mutmaßlich gezielten Entbankungspraktiken Vorladungen an große Banken, darunter JPMorgan und Bank of America. Präsident Trump reichte Klagen gegen JPMorgan und Capital One ein. Er behauptet, die Banken hätten Konten, die mit ihm und seiner Familie verbunden seien, aus politischen Gründen geschlossen. Die Kontokündigungen sollen Berichten zufolge nach dem 6. Januar 2021 erfolgt sein.
Trump unterzeichnete am 7. August 2025 die Executive Order "Guaranteeing Fair Banking for All Americans". Sie verpflichtet Aufsichtsbehörden, politisierte Kontokündigungen anzugehen; dafür wurden Prüfzeiträume bis Dezember 2025 festgelegt. Lummis, Vorsitzende des Senate Banking Subcommittee on Digital Assets, positioniert sich als zentrale Akteurin zwischen diesen Initiativen und verknüpft die Kontokündigungen politischer Akteure ausdrücklich mit den strukturellen Problemen des Krypto-Ökosystems.
Parallel zu Ermittlungen und Klagen treibt Lummis legislative Änderungen voran. Sie hat den CLARITY Act vorgeschlagen, der Digital-Asset-Unternehmen mehr regulatorische Planungssicherheit geben und den Spielraum für uneindeutigen Aufsichtsdruck begrenzen soll, der eine Entbankung erst ermöglicht haben könnte.
Für Krypto-Investoren rücken zwei Punkte in den Fokus: der Fortgang des CLARITY Act im Gesetzgebungsverfahren und die Ergebnisse von Pirros Untersuchung gegen die Banken. Sollten die Ermittlungen belastbare Belege für koordinierte, politisch motivierte Kontoschließungen liefern, könnte das die Beziehung der Banken zu Krypto-Unternehmen und zu politisch exponierten Personen grundlegend verändern.