Südkoreas KOSPI erreicht Rekordhoch von 9.063,84 Punkten – Samsung und SK Hynix treiben die Rally
Der südkoreanische Leitindex KOSPI hat am 18. Juni mit 9.063,84 Punkten auf einem Rekordstand geschlossen und damit erstmals in seiner Geschichte die Marke von 9.000 Punkten überschritten. Im Tagesverlauf legte der Index um 2,25% zu – getragen vor allem von zwei Schwergewichten: Samsung Electronics und SK Hynix, die zusammen gemessen an der Marktkapitalisierung mehr als 50% des Index ausmachen. Beide Titel markierten Allzeithochs, während der breite Markt überwiegend nachgab.
SK Hynix sprang erneut an, nachdem das Unternehmen bestätigte, Muster seines High-Bandwidth-Memory-Chips der siebten Generation, HBM4E, an große KI-Kunden ausgeliefert zu haben. Damit unterstrich der Konzern seine Rolle als führender Anbieter des spezialisierten DRAM, der Nvidia-GPU-Pakete und großskalige KI-Workloads antreibt. Auch Samsung Electronics zog deutlich an. Samsung Life Insurance und SK Square, deren Bewertung maßgeblich von ihren Beteiligungen an den beiden Chipkonzernen geprägt ist, verzeichneten aus demselben Grund ebenfalls Kursgewinne.
Abseits dieses Clusters zeigte sich ein anderes Bild: Von 917 an der Korea Exchange gehandelten Aktien fielen 791. Hyundai Motor verlor 2,75%, Kia Corp rutschte um 4,51% ab, der Batteriehersteller LG Energy Solution gab 3,85% nach. Der Rekordstand verdeckte damit einen Handelstag, an dem ein Großteil der Marktteilnehmer Kursverluste hinnehmen musste.
Ausländische Investoren traten als zentrale Stütze auf: Sie waren netto Käufer von rund 1,3 Billionen Won (851 Mio. US-Dollar). Der Zufluss konzentrierte sich auf Werte mit der klarsten KI-Gewinnstory.
Daishin Securities hob nach dem Schlusskurs sein KOSPI-Ziel für 2026 von 8.800 auf 11.500 Punkte an. Analyst Lee Kyungmin schrieb, dass das Aufwärtspotenzial des Index intakt bleiben dürfte, solange die Gewinnschätzungen für die Chiphersteller weiter steigen. Das Haus sprach von einem klassischen Performance- und Politikmarkt.
Separat warnte Südkoreas Finanzaufsicht vor einzelaktienbezogenen, gehebelten Produkten mit Bezug zu Samsung und SK Hynix – ein Hinweis darauf, dass die Hebelwirkung bei Privatanlegern im Zuge der Indexrally deutlich zugenommen hat.
Der KOSPI benötigte nach dem erstmaligen Überschreiten von 8.000 Punkten nur 16 Handelstage, um die 9.000 zu knacken. Entscheidend dürfte nun weniger sein, wann die nächsten 1.000 Punkte erreicht werden, sondern wie breit die Gewinne im Markt verteilt sind.