Kevin O'Leary steigt bei Bitzero ein – Wette auf Strom für KI-Infrastruktur
Kevin O'Leary setzt nicht auf KI-Aktien, sondern auf die Energie, ohne die KI-Rechenzentren nicht laufen. Der „Shark Tank“-Investor, bekannt als „Mr. Wonderful“, hat sich frühzeitig an Bitzero Holdings Inc. beteiligt, einem kanadischen Unternehmen, das nachhaltige Rechenzentren für Bitcoin-Mining und High-Performance-Computing baut. O'Leary bezeichnet Bitzero als „Power-Real-Estate-Unternehmen“ – keine reine Krypto-Story und kein Software-Case.
Bitzero wird seit dem 9. Juni 2026 an der Nasdaq unter dem Ticker AIBZ gehandelt. Parallel ist das Unternehmen an der Canadian Securities Exchange unter BITZ.U gelistet und hat den Handel am OTCQB vollständig beendet.
Stromverträge und Auslastung als Kernthese
Bitzero hat nach eigenen Angaben langfristige Stromlieferverträge zu Preisen zwischen 4 und 6 US-Cent je kWh gesichert, unter anderem in Norwegen, Finnland und North Dakota. Auf der Nachfrageseite unterzeichnete das Unternehmen am 5. Mai 2026 einen 15-jährigen Lease-Vertrag mit OneQode Networks über 110 Megawatt Leistungskapazität am Standort Namsskogan in Norwegen. Dieser Einzelvertrag soll über die Laufzeit rund 2,6 Mrd. US-Dollar Umsatz generieren.
Vor dem Börsengang nahm Bitzero mehr als 100 Mio. US-Dollar an privatem Kapital auf. Zudem verweist das Unternehmen auf mehr als 1 Gigawatt skalierbare Leistungskapazität über seine Standorte hinweg. O'Leary ordnet Bitzero als eine seiner Kernpositionen im Bereich Infrastruktur für Krypto-Exposure ein.
Warum der Schwenk von Bitcoin zu KI relevant ist
Bitcoin-Mining und KI-Rechenlasten haben ähnliche Grundanforderungen: hoher Strombedarf, Kühlung und niedrige Latenz. KI-Workloads erzielen pro Megawattstunde häufig höhere Erlöse als Mining – besonders in Phasen, in denen der Bitcoin-Preis nicht stark steigt. Norwegen und Finnland bieten zudem Wasserkraft- und Windstrom, der sowohl günstig als auch tatsächlich erneuerbar ist.
Bitzero baut nach eigenen Angaben zudem aktiv Beziehungen zu CBRE und Hydra Host auf, um „AI-ready“ Rechenzentren in den nordischen Regionen zu vermarkten.
Einordnung für Anleger
O'Leary war lange ein prominenter Krypto-Skeptiker und nannte Bitcoin im US-Fernsehen einst „Müll“. Sein Wechsel vom Kritiker zum Infrastruktur-Bullen unterstreicht, wo Teile des „smart money“ derzeit Chancen sehen: weniger im Token-Preis, mehr in der zugrunde liegenden Energie- und Rechenzentrumsbasis.
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass sich der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 verdoppeln könnte. Gleichzeitig ist die Umsatzprojektion von 2,6 Mrd. US-Dollar aus der OneQode-Partnerschaft – sofern sie über die vollen 15 Jahre realisiert wird – von Annahmen über Strompreise, technologische Entwicklungen und Kontrahentenrisiken abhängig, die im siebten Jahr anders aussehen können als heute.
Der Trend ist auch bei Wettbewerbern sichtbar: Core Scientific sicherte sich jüngst einen KI-Hosting-Deal in Milliardenhöhe mit CoreWeave. Hut 8 erweitert seine KI-orientierten Kapazitäten. Applied Digital baut große Rechenzentren für KI-Workloads.