Illinois beschließt 0,2%-Steuer auf Krypto-Transaktionen samt Registrierungspflicht
Illinois will Krypto-Trades künftig besteuern und Anbieter stärker in die Pflicht nehmen. Die Generalversammlung des Bundesstaats hat im Rahmen des 56 Mrd. US-Dollar schweren Haushalts für das Fiskaljahr 2027 eine Regelung verabschiedet, die eine neue Abgabe auf Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten einführt. Der "Digital Asset Privilege Tax Act" ist Teil des 1.624 Seiten umfassenden Ausgabenpakets, das weitgehend entlang der Parteilinien beschlossen wurde.
Kernpunkte der Regelung
• Steuersatz: 0,2% auf erfasste Krypto-Transaktionen.
• Erwartete Einnahmen: rund 60 Mio. US-Dollar laut Haushaltsunterlagen.
• Registrierung: Unternehmen, die als "digital asset broker" eingestuft werden, müssen sich vor der Abwicklung erfasster Transaktionen beim Staat Illinois registrieren.
• Strafrechtliche Folgen: Wer nach dem 1. Januar (gemäß Gesetzentwurf) ohne Registrierung tätig ist, kann wegen eines Class-3-Felony-Delikts belangt werden; in Illinois drohen hierfür zwei bis fünf Jahre Haft sowie Geldstrafen bis zu 25.000 US-Dollar.
• Nächster Schritt: Das Paket liegt nun zur Unterzeichnung bei Gouverneur J.B. Pritzker; er hat angekündigt, den Haushalt unterzeichnen zu wollen.
Kritik aus der Branche
Die Digital Chamber und die Illinois Blockchain Association wandten sich umgehend gegen die Steuer und forderten die Verantwortlichen auf, die Regelung zu verwerfen. In einem gemeinsamen Schreiben und in nachfolgenden Beiträgen auf X argumentierten die Verbände, die Abgabe sei ohne substanzielle Konsultation eingebracht worden, würde Innovation und Akzeptanz vor Ort bremsen und sei ein Sonderweg: Kein anderer US-Bundesstaat erhebe derzeit eine vergleichbare Transaktionssteuer.
Zusätzlich kritisieren die Gruppen das Verfahren: Die Bestimmung sei in ein umfangreiches Haushaltsgesetz eingebettet worden, statt als eigenständige Vorlage beraten zu werden; zudem hätten Stakeholder nur wenig Vorlauf gehabt.
Einordnung in die Regulierungslage
Der Schritt aus Illinois fällt in eine Phase zunehmender Kontrolle digitaler Vermögenswerte auf Bundes- und Landesebene. Anfang des Jahres unterzeichnete Gouverneur Pritzker die Executive Order 2026-04, die Staatsbediensteten den Handel in Prognosemärkten unter Nutzung nichtöffentlicher Informationen untersagt; New York erließ in ähnlicher Zeit eine vergleichbare Anordnung (Executive Order 60).
Auf Bundesebene veröffentlichte der House Ways and Means Committee am 5. Juni sieben Diskussionsentwürfe. Sie behandeln unter anderem Stablecoin-Zahlungen, Staking-Erträge, Einkünfte aus Mining, DeFi-Kredite, Wash-Sale-Regeln, Spenden sowie Programme zur freiwilligen Offenlegung. Die Entwürfe sollen in einer Anhörung am 9. Juni diskutiert werden und greifen Vorschläge aus dem PARITY Act sowie aus Gesetzesinitiativen auf, die von Senatorin Cynthia Lummis unterstützt werden.
Ausblick
Unterzeichnet Gouverneur Pritzker den Haushalt wie erwartet, reiht sich Illinois in eine wachsende Zahl von Bundesstaaten ein, die neue Krypto-Regeln und zusätzliche Einnahmequellen erproben. Branchenverbände und Gesetzgeber dürften in den kommenden Monaten insbesondere über Details der Umsetzung, die Registrierungsvorgaben und die möglichen rechtlichen Folgen bei Verstößen weiter streiten.