BlackRock und Fidelity dominieren 2026 die Zuflüsse in Bitcoin-ETFs
Wie CoinDesk berichtet, zeigt sich rund eineinhalb Jahre nach dem Start der US-Spot-Bitcoin-ETFs eine klare Konzentration im Wettbewerb: BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC ziehen den Großteil des frischen Kapitals an, während kleinere Anbieter kontinuierlich Marktanteile verlieren.
Die Verschiebung vollzieht sich in einem insgesamt schwierigen Umfeld für Bitcoin und Krypto-ETFs. Seit 2026 summiert sich der Rückgang von Bitcoin auf rund 29%. Zugleich kam es im ETF-Segment wiederholt zu Phasen gebündelter Rückgaben. In vielen Volatilitätsphasen verzeichneten IBIT und FBTC dennoch Nettozuflüsse oder deutlich geringere Abflüsse als konkurrierende Produkte.
Die führenden Produkte tragen den Löwenanteil der Zeichnungen. Daten von Farside Investors zufolge verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs am 14. Januar einen Nettozufluss von 840,6 Mio. US-Dollar an einem Tag. Davon entfielen 648,4 Mio. US-Dollar auf IBIT und 125,4 Mio. US-Dollar auf FBTC; zusammen standen die beiden Fonds für über 90% des Gesamtwerts. Ein ähnliches Bild zeigte sich am 17. April: Der Markt kam insgesamt auf 663,9 Mio. US-Dollar Nettozufluss, IBIT sammelte 284 Mio. US-Dollar ein, FBTC 163,4 Mio. US-Dollar, zusammen etwa zwei Drittel der Tagesmittel. Am 1. Mai meldeten die ETFs trotz schwacher Stimmung Nettozuflüsse von 629,8 Mio. US-Dollar; IBIT steuerte 284,4 Mio. US-Dollar bei, FBTC 213,4 Mio. US-Dollar – zusammen knapp 500 Mio. US-Dollar. Dieses Muster trat 2026 mehrfach auf, vor allem an Tagen mit großen Allokationen, an denen die beiden größten Fonds häufig die Richtung des gesamten Marktnettoflusses bestimmten.
Institutionelle Käufer setzen stärker auf Liquidität und Vertriebskanäle. Der Bericht hält die Konzentration für wenig überraschend: Zu den wichtigsten Käufern von Bitcoin-ETFs zählen Finanzberater, registrierte Investmentberater, Hedgefonds, Family Offices, Pensionsberater und institutionelle Asset-Allokatoren. Für diese Anleger sind Liquidität, Handelsvolumen und Markenstärke des Emittenten ebenso entscheidend wie die Bitcoin-Exposure selbst. BlackRock verwaltet weltweit über 10 Bio. US-Dollar und ist mit zahlreichen Wealth-Management-Plattformen vernetzt. Fidelity verfügt über langjährige Vertriebsvorteile in US-Renten- und Brokerage-Kanälen und bedient sowohl Privat- als auch institutionelle Kunden. Diese Distributionsstärke macht IBIT und FBTC laut Bericht oft zur Standardwahl für institutionelles Bitcoin-Engagement.
Kleinere Emittenten verlieren an Bedeutung. Die täglichen Mittelzuflüsse anderer Produkte fallen meist deutlich geringer aus. Franklin Templetons EZBC, VanEcks HODL, Valkyries BRRR und WisdomTrees BTCW kommen typischerweise nur auf Zuflüsse im niedrigen einstelligen Millionenbereich und beeinflussen die Marktrichtung kaum. Selbst Bitwise BITB und ARKs ARKB, früher als wichtige Wettbewerber gesehen, spielen inzwischen eher eine Nebenrolle.
CoinDesk verweist zudem darauf, dass Trump Media & Technology Group ihren Plan für einen Spot-Bitcoin-ETF Anfang dieses Jahres zurückgezogen hat und damit den Versuch aufgab, in einen zunehmend dicht besetzten Markt einzutreten, der heute von wenigen Spitzenprodukten dominiert wird.
Insgesamt wandelt sich der US-Markt für Spot-Bitcoin-ETFs von einem Feld mit vielen Anbietern hin zu einer Struktur, die von einigen großen Häusern geprägt wird. Mit der wachsenden Bedeutung von Größe, Liquidität und Vertrieb dürfte der Einfluss von BlackRock und Fidelity auf die Kapitalströme weiter zunehmen.