Grayscale-Analyst Pandl bringt Bitcoin-Verkauf von 3 Mrd. US-Dollar ins Spiel, um Strategy's Liquiditätsbedarf zu decken
Grayscale-Research-Chef Zach Pandl hält bei Strategy einen deutlicheren Schritt für nötig, um die wachsenden Barmittelverpflichtungen zu adressieren und Vertrauen am Markt zurückzugewinnen. In einem Ausblick auf die kommende Woche skizzierte er zwei mögliche Szenarien: eine Erhöhung der Dividende auf den STRC-Vorzugsaktien oder einen größeren Verkauf von Bitcoin.
Pandl zufolge würde eine Anhebung der STRC-Dividende um 50 Basispunkte zusätzliche Verpflichtungen von rund 100 Mio. US-Dollar über zwei Jahre nach sich ziehen. Das würde die Kostenbasis erhöhen, ohne die Anlegerstimmung spürbar zu stabilisieren.
Als wirksamere Option nannte Pandl den Verkauf von mindestens 3 Mrd. US-Dollar in Bitcoin. Der Erlös könne den Großteil der Cash-Verpflichtungen in den kommenden zwei Jahren abdecken, ausgenommen eine Wandelanleihe. Anleger sollten aus seiner Sicht insbesondere die Kursentwicklung von STRC sowie künftige Unternehmensmitteilungen und Einreichungen von Strategy im Blick behalten, falls sich die Bitcoin-Treasury-Strategie oder die Verkaufspolitik verändert.
Im Zentrum der Debatte steht Strategy's Kapitalstruktur: Neben den umfangreichen Bitcoin-Beständen sind inzwischen erhebliche Verpflichtungen aus Vorzugsaktien hinzugekommen. Pandl bezifferte die jährlichen Vorzugsdividenden auf rund 1,5 Mrd. US-Dollar. Dem steht ein Softwaregeschäft mit etwa 477 Mio. US-Dollar Jahresumsatz gegenüber, was die Lücke zwischen operativer Ertragskraft und Dividendendienst vergrößert.
Zuletzt hatte Strategy Ende Mai 32 BTC verkauft, die erste Bitcoin-Veräußerung seit 2022. Der Erlös floss in Vorzugsdividendenzahlungen. Auch wenn das Volumen im Verhältnis zu den Beständen gering war, wertete der Markt den Schritt als Signal.
Strategy hält aktuell mehr als 840.000 BTC und gilt damit als größter börsennotierter Unternehmenshalter von Bitcoin. In den vergangenen Jahren baute das Unternehmen die Position vor allem über Aktienplatzierungen und Wandelanleihen aus. Pandl verwies zudem auf die Schwäche der STRC-Anteile: Bleiben sie weiter unter dem erwarteten Wert von 100 US-Dollar, könnte das den finanziellen Druck künftig erhöhen.
Zum Zeitpunkt der Analyse notierte Bitcoin nahe 60.000 US-Dollar. Der Gesamtmarkt verarbeitete in den Wochen zuvor zudem Abflüsse von rund 3 Mrd. US-Dollar aus Spot-Bitcoin-ETFs.