Fed signalisiert mögliche Zinserhöhungen bis Jahresende – Inflation bleibt hartnäckig
Die US-Notenbank Federal Reserve hat in ihrer aktualisierten Inflationsprojektion für Juni ein ambivalentes Signal an die Wall Street gesendet: Die Teuerung bleibt erhöht, und die Mehrheit der Währungshüter rechnet bis zum Jahresende mit weiteren Zinsschritten nach oben.
In der Revision veranschlagt die Fed die Kerninflation gemessen am Core PCE auf 3,3% und die Gesamtinflation (Headline PCE) auf 3,6%. Das deutet auf anhaltenden Preisdruck hin. Zwar ließ die Notenbank die Zinsen im Juni unverändert, zugleich unterstrich sie mit Verweis auf einen robusten Arbeitsmarkt eine "higher-for-longer"-Ausrichtung.
Für den Aktienmarkt könnte das zum Problem werden: Höhere Zinsen verschärfen die Finanzierungsbedingungen und können die aktuell hohen Bewertungen belasten.
An den Märkten wird die neue Fed-Linie als sinkende Wahrscheinlichkeit interpretiert, dass die Inflation im Mai und Juni deutlich zurückgeht. In entsprechenden Prognose- und Wettmärkten sind die Quoten für eine Zinserhöhung bis September gestiegen. Die aktuelle Preisbildung spiegelt wachsende Zweifel wider, dass die Inflation kurzfristig spürbar nachlässt; insbesondere bei Szenarien zur Juni-Inflation gab es merkliche Verschiebungen.
Wichtige Punkte:
- Die Fed-Projektion spricht für anhaltend hohe Inflation und passt zu höheren Erwartungen an weitere Zinserhöhungen.
- Der Markt preist eine geringere Chance ein, dass die Juni-Inflation unter 3,6% fällt; die Quoten signalisieren Skepsis gegenüber einer schnellen Abkühlung.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung bis September hat laut Prognosemarkt-Preisen zugenommen.
Worauf zu achten ist:
Im Fokus stehen die nächsten Inflationsdaten des U.S. Bureau of Labor Statistics. Unerwartet starke disinflationäre Signale im Juni-CPI könnten Stimmung und Preisbildung drehen. Auch Aussagen von Fed-Vertretern in den kommenden Monaten dürften Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs liefern und die Marktdynamik beeinflussen.