Ethereum Foundation baut 54 Stellen ab (20%) und stellt Organisation auf langfristige Entwicklung aus
Die Ethereum Foundation (EF) hat im Zuge einer seit rund einem Monat laufenden Neuaufstellung etwa 20% ihrer Belegschaft abgebaut. Insgesamt wurden 54 Stellen gestrichen. In einem Beitrag vom 23. Juni auf X teilte die Stiftung mit, die Reduktion schließe die Restrukturierung ab, die auf Basis ihrer "Mandate and Treasury Management Policy" umgesetzt wurde.
Nach Angaben der EF soll die Organisation dadurch mit einem kleineren Team arbeiten, das sich auf jene Kernaufgaben konzentriert, die nur die Stiftung selbst leisten kann. Personal, Ressourcen und Abläufe würden entsprechend neu ausgerichtet.
Künftig gliedert sich die Foundation in fünf zentrale Bereiche: Protocol, Access, User, Community und Institutional. Separate Teams übernehmen weiterhin Management und Operations. Die Protocol-Einheit bleibt für die Kerntechnologie von Ethereum zuständig, darunter Dezentralisierung, Datenschutz, Sicherheit und Zensurresistenz. Die übrigen Bereiche fokussieren sich auf Nutzererlebnis, Beteiligung am Ökosystem, Community-Arbeit und institutionelle Adoption.
Die Mitteilung fällt in eine Phase von Führungs- und Marktbewegungen. In der vergangenen Woche trat Hsiao‑Wei Wang als Co-Executive Director und Vorstandsmitglied der Foundation zurück. Die Entlassungen wurden zudem in einem schwachen Marktumfeld bekannt: ETH notierte nach einem breiten Kursrückgang, der Liquidationen im gesamten Digital-Asset-Markt auslöste, zuletzt bei rund 1.650 US-Dollar.
An den Entwicklungsplänen hält die EF fest. Sie verwies auf anstehende größere Upgrades, darunter das Glamsterdam-Upgrade. Dieses soll unter anderem "Enshrined Proposer‑Builder Separation" und "Block‑Level Access Lists" einführen, um die Transparenz bei der Blockproduktion zu erhöhen und die Datenverarbeitung in Clients zu verbessern. Zusätzlich nannte die Stiftung Gas-Repricing, Layer‑1-Scaling-Initiativen sowie Verbesserungen bei Privacy und Security.
Betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Abfindungen, Unterstützung beim Übergang und Karriereberatung erhalten; zusätzliche Grants sollen Kosten für berufliche Neuorientierung abdecken. Die Entscheidung sei durch langfristige Ressourcenplanung motiviert und nicht durch kurzfristige Marktbewegungen. Man müsse "so ausgestattet und organisiert" sein, dass man sich in den kommenden Jahren auf die kritische Arbeit konzentrieren könne, die nur die EF leisten könne und daher leisten müsse.
Der Stellenabbau reiht sich in einen breiteren Trend von Kostensenkungen in der Kryptobranche ein. Als Beispiel nannte die Mitteilung indirekt, dass das Medium Bankless Anfang des Monats nach größeren, nicht offengelegten Entlassungen Kritik ausgesetzt war. Die Ethereum Foundation kündigte an, in den kommenden Wochen und Monaten weitere Details zur neuen Struktur und den Planungen zu veröffentlichen.