Ethereum Foundation baut rund 20% der Stellen ab und ordnet Teams neu

Nach Angaben von CoinDesk hat die Ethereum Foundation im Zuge einer seit Monaten laufenden Reorganisation 54 Mitarbeitende entlassen. Das entspricht etwa 20% der Belegschaft. Ziel sei eine schlankere Struktur, um Ressourcen stärker auf zentrale, anstehende Initiativen zu bündeln. Die Neuaufstellung orientiert sich an den im März veröffentlichten Dokumenten und steht laut Foundation im Einklang mit dem in diesem Jahr publizierten "Mandate" sowie einer neuen Richtlinie für das Fondsmanagement. Nach Abschluss der Umstrukturierung sollen Aufbau, Zuständigkeiten und Personalverteilung besser geeignet sein, die kommenden Prioritäten umzusetzen. Künftig will die Foundation ihre Arbeit in fünf Kern-Cluster gliedern: Protokollschicht, Zugangsschicht, Nutzerschicht, Community-Schicht und institutionelle Schicht. Ergänzt wird das Modell durch zwei unterstützende Funktionen: Operations und Management. In einem Blogbeitrag begründete die Foundation die Neuzuordnung damit, dass Ziele, Bewertungsmethoden und interne Strukturen je nach Arbeitsbereich variieren und Teams daher stärker funktionsbezogen organisiert werden müssten. Die neue Struktur solle klarere Ergebnisverantwortung ermöglichen. Weitere Details zu möglichen zusätzlichen Entlassungen nannte die Foundation nicht und betonte, die Reorganisation sei abgeschlossen. In den Monaten vor diesem Schritt hatte es bereits mehrere Abgänge im Führungsteam und unter zentralen Forschenden gegeben: Co-Executive Director HsiaoWei Wang ging in der vergangenen Woche, der frühere Co-Executive Director Tomasz Stanczak verließ die Foundation im Februar. Forscher Dankrad Feist wechselte im vergangenen Jahr zu Stripes Stablecoin-Blockchain-Projekt Tempo. Vitalik Buterin hatte im vergangenen Monat weitere Verschlankungen angedeutet. In seiner jüngsten Stellungnahme räumte er ein, dass die Anpassungen den Verlust wichtiger Talente mit sich gebracht hätten, und dankte den ausscheidenden Mitgliedern für ihren Beitrag zur Foundation und zum Ethereum-Ökosystem. Zugleich erklärte er, die vergangenen Jahre seien für Ethereum schwierig gewesen, doch sowohl die Foundation als auch das breitere Ökosystem hätten sich angepasst. Er sieht weiterhin Wachstumspotenzial für Ethereum. Parallel entsteht neue externe Forschungsarbeit: Am Montag wurde Ethlabs angekündigt, eine gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungsorganisation, die von ehemaligen Forschenden der Ethereum Foundation gegründet wurde. Unterstützt wird sie von Unternehmen mit Bezug zur Ethereum-Treasury, darunter BitMine Immersion Technologies und Sharplink. Ethlabs will sich zunächst darauf konzentrieren, die Anbindung institutioneller Akteure an Ethereum zu verbessern. Damit könnten Teile von Forschung und Ökosystementwicklung, die bislang intern bei der Foundation lagen, künftig stärker von externen Organisationen übernommen werden.