Ethereum Foundation stellt sich neu auf: 20% Stellenabbau und rund 40% weniger Budget

Die Ethereum Foundation (EF) hat nach eigenen Angaben eine monatelange Restrukturierung abgeschlossen und ist in eine neue Organisationsstruktur übergegangen. Künftig soll die Arbeit in fünf zentralen Clustern gebündelt werden, die die Ebenen Protokoll, Zugang, Nutzer, Community und Institutionen abdecken. Ergänzend sind eine operative Einheit sowie Management-Support-Teams vorgesehen. Im Zuge der Neuausrichtung verlassen 54 Mitarbeitende die Ethereum Foundation. Das entspricht laut EF rund 20% der Belegschaft. Betroffene sollen Abfindungen sowie Unterstützung während der Übergangsphase erhalten. Mit der neuen Struktur wolle sich die Organisation stärker fokussieren und schlanker werden. Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin erklärte zudem, die EF habe ihr Budget in diesem Jahr um etwa 40% reduziert. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Ziel sei es, die Stiftung langfristig in ein Modell zu überführen, das dauerhaft und spendenbasiert funktioniert. Nach Buterins Angaben gibt die EF vor 2026 im Durchschnitt rund 15% der verbleibenden Mittel pro Jahr aus und will diese Quote nach 2030 auf etwa 5% jährlich senken. Dies stehe im Einklang mit der im vergangenen Jahr kommunizierten Treasury-Management-Politik. Buterin betonte, die entlassenen Mitarbeitenden hätten über Jahre maßgeblich zum Ethereum-Ökosystem beigetragen; der Schritt lasse sich nicht als bloße "Produktivitätssteigerung" darstellen. Es handele sich um hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure mit langjähriger Arbeit am Ethereum-Protokoll, die dem Ökosystem technisch wie menschlich erheblichen Mehrwert gebracht hätten. In der Mitteilung wurde außerdem auf den langfristigen technischen Umbauplan "Strawmap" verwiesen. Buterin zufolge soll damit eine Reihe grundlegender Elemente des Ethereum-Protokolls überarbeitet werden, darunter Konsens, Proof-of-Work-Systeme, Privatsphäre, Account-Modell und die State-Struktur. Er bezeichnete den Prozess als dritte große Entwicklungsstufe von Ethereum nach dem Merge. Im Rahmen der Neuausrichtung sind auch fachliche Änderungen geplant. Das Multi-Client-Modell soll sich von einem rein auf Redundanz ausgerichteten Ansatz zu einem stärker spezialisierten Modell weiterentwickeln. Zudem prüft die EF den Einsatz stärker KI-gestützter formaler Verifikationsmethoden in Teilen ihrer Sicherheitsstrategien. Buterin sagte, die Ethereum Foundation unterstütze langfristig einen Ansatz, der "schlank und vollständig" sei: Sobald die Strawmap finalisiert ist, solle der Schwerpunkt auf Sicherheitskorrekturen und kleinen, aber besonders wertstiftenden Protokolländerungen liegen. So könne Ethereum seine Dezentralität und Widerstandsfähigkeit gegen Kompromisse wahren, ohne sehr große Budgets zu benötigen. Gleichzeitig kündigte Buterin an, dass die Stiftung weniger Ressourcen für große Projekte außerhalb von ETH bereitstellen werde. Er schloss nicht aus, einzelne Vorhaben privat zu finanzieren, sagte aber, auch die institutionellen Aktivitäten der EF würden künftig begrenzter und fokussierter ausfallen. *Dies ist keine Anlageberatung.