Weltweite Marktturbulenzen erfassen Krypto: Long-Positionen im Wert von 600 Mio. US-Dollar in 24 Stunden liquidiert
Nach Angaben von CoinDesk hat die Volatilität an den globalen Märkten erneut deutlich zugenommen. Ein starker Ausverkauf in Südkorea und die Schwäche bei Tech-Titeln setzten Risikoanlagen unter Druck. Der Kryptomarkt blieb nicht verschont: Bitcoin rutschte zeitweise auf etwa 62.400 US-Dollar, SOL verlor an einem Tag 7%. Binnen 24 Stunden wurden marktweit Long-Positionen von mehr als 600 Mio. US-Dollar liquidiert.
Ausgangspunkt der aktuellen Korrektur war der südkoreanische Aktienmarkt. Der KOSPI Composite Index schloss am Dienstag 9,99% tiefer bei 8.203,84 Punkten und verzeichnete damit den zweithöchsten Tagesverlust des Jahres. Besonders stark gerieten die Schwergewichte unter Druck: Samsung Electronics und SK Hynix fielen jeweils um mehr als 12%. Wegen ihres hohen Indexgewichts verschärfte der Einbruch bei Chipwerten die Belastung für den Gesamtmarkt spürbar. Laut Bericht könnte die Volatilität zudem einige Investoren zwingen, Positionen in anderen Märkten zu reduzieren, um Margin Calls zu bedienen.
Auch US-Aktien und Edelmetalle standen parallel unter Abgabedruck. Der Tech-Ausverkauf belastete die Wall Street; der S&P 500 büßte dem Bericht zufolge rund 1,4 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung ein. Edelmetalle gaben ebenfalls nach: Gold fiel unter 4.000 US-Dollar, Silber unter 60 US-Dollar.
Im geldpolitischen Umfeld verwies der Bericht darauf, dass Fed-Chef Kevin Warsh bei seiner ersten FOMC-Sitzung den Leitzins zum vierten Mal in Folge in der Spanne von 3,50% bis 3,75% beließ. Anleger richten den Blick auf die Hinweise zur künftigen Zinspolitik und darauf, ob für dieses Jahr noch weitere Anhebungen erwartet werden.
Mit der sinkenden Risikobereitschaft gab Bitcoin am Dienstag auf rund 62.400 US-Dollar nach, mehr als 3% im Tagesverlauf und etwa 5% auf Wochensicht. Die Schwäche zog den Gesamtmarkt mit nach unten und löste eine Liquidationswelle aus. Long-Positionen im Umfang von über 600 Mio. US-Dollar wurden geschlossen.
Nach einer Erholung in den traditionellen Märkten reagierten Krypto-Assets deutlich zögerlicher. Der KOSPI holte vom Tief aus laut Bericht rund 4% auf, auch S&P 500 und Nasdaq drehten innerhalb der vergangenen 24 Stunden zeitweise ins Plus. Der Kryptomarkt blieb beim Rebound zurück.
Belastend wirkten zudem anhaltende Sorgen rund um Strategy und damit verbundene Wertpapiere. Nach der Ankündigung eines weiteren Bitcoin-Kaufs fiel die MSTR-Aktie am Dienstag auf 103,52 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit August 2024. STRC notierte dem Bericht zufolge rund 12% unter pari; Marktteilnehmer befürchten, dass dies die Bedenken hinsichtlich Verschuldung und Bitcoin-Beständen verstärken könnte.
Entlastung kam aus dem Energiesektor: Mit Fortschritten in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran ließ der Druck auf Öltransporte durch die Straße von Hormus nach, die Ölpreise fielen auf das Niveau vor den jüngsten Schließungsniveaus zurück. Das reduzierte Lieferkettenängste und dämpfte Sorgen vor einer Energiekrise.
Als nächster Impuls gilt Microns anstehender Quartalsbericht. Ob die Dynamik im Halbleitersektor und das AI-Handelsthema anhalten, dürfte die Tech-Werte beeinflussen und damit indirekt auch die Risikostimmung im Kryptomarkt.