Chinas grenzüberschreitende Digitalwährungsplattform mBridge steht vor kommerziellem Start
Nach Angaben von ME News bereitet die von China geführte grenzüberschreitende Digitalwährungsplattform mBridge am 14. Juni (UTC+8) den Übergang in den kommerziellen Betrieb vor. Zu den Beteiligten zählen die People's Bank of China, die Hong Kong Monetary Authority sowie die Zentralbanken von Thailand, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Zur Steuerung des Betriebs soll in Hongkong eine physische Gesellschaft eingerichtet werden.
Mit der Umsetzung vertraute Quellen sprechen von weit fortgeschrittenen Vorbereitungen für den Marktausbau. Die Gebühren sollen demnach bei etwa der Hälfte der Kosten herkömmlicher internationaler Zahlungssysteme wie SWIFT liegen. mBridge zielt damit besonders auf kleine und mittlere Unternehmen, die unter hohen Kosten für grenzüberschreitende Zahlungen leiden.
Die auf Blockchain-Technologie basierende Plattform ermöglicht es Zentralbanken, direkt in ihren jeweiligen digitalen Währungen zu transagieren. Das soll Devisenvorgänge auf Sekunden verkürzen und die Abhängigkeit vom US-Dollar als Zwischenwährung reduzieren. Bislang wurde über mBridge ein kumuliertes Transaktionsvolumen von rund 47 Mrd. RMB (etwa 6,9 Mrd. USD) abgewickelt.
Gene Ma, Head of China Research beim Institute of International Finance, erklärte, der globale Zahlungsverkehr entwickle sich von einer SWIFT-dominierten Struktur hin zu einem wettbewerblichen Multi-Netzwerk-Umfeld; mBridge werde dabei zu einem der wichtigen Akteure.
mBridge war 2024 von der Bank for International Settlements (BIS) in eine mitgliedergesteuerte Governance überführt worden. Während externe Beobachter diesen Schritt vielfach mit Druck aus den USA in Verbindung bringen, hat die BIS dies zurückgewiesen. (Quelle: Foresight News)