CFTC-Chef verteidigt Zulassung von Bitcoin-Perpetual-Futures in den USA

Der Vorsitzende der US-Derivateaufsicht CFTC, Michael Silber, hat die Entscheidung zur Zulassung von Perpetual Futures im US-Markt verteidigt. Diese Produkte hätten sich im Ausland bereits stark etabliert. Aufgabe der US-Regulierer sei es, den Handel in einen inländischen, regelkonformen Rahmen zu überführen, statt die Nachfrage weiter an Offshore-Plätze abwandern zu lassen. Silber sagte in einem CNBC-Interview, die Behörde unterstütze die Einführung regulierter Futures-Kontrakte ohne Laufzeitende. Dass ein neues Produkt Bedenken auslöse, sei erwartbar. Entscheidend sei, dass es in den USA verantwortungsvoll angeboten werden könne. Perpetual Futures (Perps) ähneln klassischen Futures, haben aber kein festes Verfallsdatum. Händler können auf Kursbewegungen des Basiswerts setzen, ohne den Spot-Vermögenswert zu halten. Auf ausländischen Krypto-Börsen sind solche Kontrakte seit Langem verfügbar. Ende Mai genehmigte die CFTC der Prognosemarkt-Plattform Kalshi die Einführung von Bitcoin-Perpetual-Futures. Damit war erstmals ein solches Produkt in den USA erlaubt. Seitdem hat Kalshi das Angebot auf weitere Krypto-Assets ausgeweitet. Nach Angaben des Unternehmens lag das nominale Handelsvolumen in den gut eine Woche nach dem Teststart bei mehr als 3 Mrd. US-Dollar, was auf eine starke Nachfrage hindeute. Zu Kritik an Komplexität und Eignung für Privatanleger erklärte Silber, Komplexität allein sei kein Grund für ein Verbot. Regulierer würden umfassende Informationspflichten verlangen; zudem müssten Broker prüfen, ob Kunden für entsprechende Geschäfte geeignet sind. Zuvor hatte CME-Group-CEO Terrence Duffy die Zulassung öffentlich kritisiert und auf hohe Hebelwirkung sowie höhere Risiken verwiesen. Kalshi-CEO Tariq Mansour entgegnete, die derzeit auf der Plattform angebotenen Perpetual Futures hätten eine maximale Hebelwirkung von rund 6x und lägen damit unter dem Hebel einiger Futures-Produkte an der CME. Silber wies außerdem Vorwürfe zurück, die Entscheidung sei politisch beeinflusst. Hintergrund ist, dass Donald Trump Jr., Sohn von US-Präsident Donald Trump, als strategischer Berater von Kalshi fungiert. Es sei "absurd", die Zulassung auf politischen Druck zurückzuführen, sagte Silber. CNBC verwies in dem Beitrag zudem darauf, dass der Sender eine kommerzielle Partnerschaft mit Kalshi unterhält, einschließlich Zusammenarbeit bei der Kundengewinnung und einer Minderheitsbeteiligung.