BlackRock steht vor Start des Bitcoin-Ertrags-ETF BITA an der Nasdaq
BlackRock bereitet den Start eines einkommensorientierten Bitcoin-ETF vor. Der iShares Bitcoin Premium Income ETF soll voraussichtlich an der Nasdaq unter dem Kürzel BITA gehandelt werden, wie aus einer am Dienstag eingereichten vierten, geänderten Anmeldung hervorgeht.
BITA kombiniert Spot-Exposure mit einer Optionsstrategie: Der Fonds will Bitcoin sowie Anteile am iShares Bitcoin Trust (IBIT) halten, dem rund 47 Mrd. US-Dollar schweren Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock. Auf Basis dieser IBIT-Positionen soll monatlich ein Teil des Portfolios über Call-Optionen überdeckt werden. Geplant ist, Calls auf 25% bis 35% des Fondsvermögens zu schreiben. Die vereinnahmten Optionsprämien sollen als laufende Erträge an die Anleger ausgeschüttet werden.
Die Konstruktion macht die Volatilität von Bitcoin zur Ertragsquelle. Im Gegenzug wird ein Teil des Aufwärtspotenzials begrenzt, falls Bitcoin stark zulegt, da die verkauften Calls Gewinne oberhalb bestimmter Kursniveaus abschneiden können.
Auch über die Kosten positioniert sich BlackRock aggressiv: Die Sponsor-Gebühr liegt bei 0,65% und damit unter den 0,95% von YBTC sowie den 0,99% von BTCI, zwei der größten Covered-Call-Bitcoin-Fonds. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas wertete die jüngste Änderung als Hinweis, dass die Unterlagen nahe am finalen Stand seien; ein Start könnte zeitnah erfolgen. Zugleich wächst der Wettbewerbsdruck: Goldman Sachs soll ein eigenes Bitcoin-Ertragsprodukt um den 1. Juli planen.
Die Einführung würde BlackRocks bereits dominante Stellung im Spot-Bitcoin-ETF-Markt weiter ausbauen. IBIT gilt als Flaggschiff des Segments, verwaltet rund 47 Mrd. US-Dollar und konnte nach Angaben aus dem Marktumfeld Kapitalzuflüsse verzeichnen, selbst wenn Wettbewerber Mittelabflüsse hatten.
Aus der Einreichung geht zudem hervor, dass BITA bereits "seeded" wurde und begonnen hat, Bitcoin sowie IBIT-Anteile zu kaufen. Damit gelten die Vorbereitungen als fortgeschritten.
Offen bleibt, wie stark ein Ertragsfokus das Anlegerverhalten verändert. Regelmäßige Ausschüttungen können es erleichtern, volatile Bitcoin-Positionen in Portfolios zu halten. Gleichzeitig tauschen Investoren einen Teil der möglichen Kursgewinne gegen monatliche Prämien ein und erhalten eine gedämpftere Form der Bitcoin-Performance, die sich leichter in klassische Brokerage-Depots und Beratungsmandate integrieren lässt.