BlackRock reicht letzte Änderung für iShares Bitcoin Premium Income ETF (BITA) ein
BlackRock hat bei der US-Börsenaufsicht SEC eine weitere, offenbar letzte Änderung zur Registrierung des iShares Bitcoin Premium Income ETF eingereicht. Der aktiv verwaltete Fonds soll unter dem Kürzel BITA handeln, eine Sponsor-Gebühr von 0,65% auf das Nettovermögen erheben (täglich abgegrenzt) und dürfte kurzfristig an den Start gehen.
Der Zeitplan gilt als strategisch: BlackRock will BITA offenbar noch vor dem geplanten Start eines konkurrierenden "Bitcoin Premium Income ETF" von Goldman Sachs platzieren. Dessen Produkt soll nach aktuellem Stand rund um den 1. Juli 2026 wirksam werden.
BITA setzt primär auf eine Covered-Call-Strategie auf Basis von BlackRocks bestehendem Spot-Bitcoin-ETF iShares Bitcoin Trust (IBIT). Konkret verkauft der Fonds Call-Optionen auf IBIT-Anteile. Damit werden Optionsprämien als laufende Erträge vereinnahmt, während Investoren weiterhin an den Bitcoin-Kursbewegungen partizipieren. Der typische Nachteil solcher Strategien bleibt: Bei starken Kursanstiegen ist das Aufwärtspotenzial gedeckelt.
Mit 0,65% positioniert sich BlackRock preislich unter den derzeit größten Bitcoin-Covered-Call-ETFs, die zwischen 0,95% und 0,99% verlangen. Der Abstand von rund 30 Basispunkten kann bei längeren Anlagehorizonten und größeren Volumina spürbare Kostenvorteile bringen.
BITA baut auf dem Wachstum von IBIT auf. Der im Januar 2024 gestartete Spot-Bitcoin-ETF verwaltet inzwischen rund 47 bis 50 Mrd. US-Dollar. Seit der ersten BITA-Einreichung im Januar hat BlackRock mehrere Anpassungen vorgenommen, um Struktur und Strategie zu präzisieren. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas verwies dabei auf den Zeitdruck, vor Goldman Sachs an den Markt zu kommen. Goldman hatte seinen Antrag für ein Konkurrenzprodukt im April 2026 eingereicht.
Für Anleger ist die Abwägung bei Bitcoin-Einkommensprodukten klar: In seitwärts laufenden oder moderat steigenden Märkten kann die Covered-Call-Strategie durch die vereinnahmten Prämien ein reines Buy-and-Hold übertreffen. In stark steigenden Phasen hinkt sie typischerweise hinterher, weil ein Teil der Kurschancen abgegeben wird. In scharfen Abwärtsbewegungen bieten die Prämien nur einen begrenzten Puffer.
Trotz der im Bitcoin-Covered-Call-Segment wettbewerbsfähigen 0,65% liegt die Gebühr deutlich über klassischen Aktien-Covered-Call-ETFs, von denen einige unter 0,40% kosten.
Beobachten dürfte der Markt zudem, welchen Anteil das Optionsgeschäft von BITA am täglichen Handelsvolumen von IBIT ausmachen könnte und ob daraus Sekundäreffekte für die Preisbildung entstehen. Angesichts von rund 47 bis 50 Mrd. US-Dollar in IBIT gilt die Liquidität als ausreichend, um zusätzliche Optionsaktivität aufzunehmen. Der für Anfang Juli erwartete Start des Goldman-Sachs-Produkts dürfte einen direkten Vergleich bei Gebühren, Umsetzung und Performance liefern.