Bitcoin rutscht auf 62.500 US-Dollar nach überraschend starkem US-Erzeugerpreisindex
Bitcoin ist nach der Veröffentlichung stärker als erwarteter US-Erzeugerpreisdaten unter Druck geraten und fiel nach einem kurzen Anstieg wieder auf rund 62.500 US-Dollar. Wie CoinDesk berichtet, richtet sich der Blick der Märkte nun auf die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni und die Frage, wie lange das Zinsniveau hoch bleiben könnte.
Nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics stieg der Producer Price Index (PPI) im Mai um 1,1% gegenüber dem Vormonat und lag damit über der Markterwartung von 0,6%. Auf Jahressicht legte der PPI um 6,5% zu und fiel ebenfalls etwas höher aus als prognostiziert. Der Kern-PPI ohne Lebensmittel und Energie stieg im Monatsvergleich um 0,8% und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen. Nach den Daten gab Bitcoin seine anfänglichen Gewinne wieder ab, nachdem der Kurs kurzzeitig über 63.000 US-Dollar gestiegen war.
Die robusteren Erzeugerpreisdaten nähren laut Bericht die Erwartung, dass die US-Notenbank bei Zinssenkungen vorsichtig bleiben könnte, was risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen belastet. Gleichzeitig zogen die Ölpreise an: Nach Aussagen von US-Präsident Trump zu Iran kletterte Rohöl auf 90,8 US-Dollar je Barrel. Zusammen mit Erwartungen eines engeren Angebots aus Lagerdaten wächst die Sorge, dass höhere Energiepreise die Inflation weiter anheizen könnten.
Auch die Aktivität im ETF-Segment hat deutlich nachgelassen. Das On-Chain-Analysehaus Glassnode beziffert das 30-Tage-Mittel des täglichen Handelsvolumens der US-Spot-Bitcoin-ETFs auf etwa 960 Mio. US-Dollar, ein Rückgang um 78% gegenüber 4,4 Mrd. US-Dollar im Oktober 2025. Das Handelsvolumen von Bitcoin-Treasury-Unternehmen sei um 49% gesunken. Das deute auf eine spürbar nachlassende spekulative Nachfrage über traditionelle Finanzkanäle hin und schwäche die Unterstützung für eine Fortsetzung des Aufwärtsmomentums.
Kurzfristig rückt die Zone um 60.000 US-Dollar in den Fokus. Analyst Daan Crypto Trades sieht die Bullen weiterhin auf diesem Niveau, das im Wochenchart zudem nahe dem 200-Wochen-Durchschnitt liegt. Ein Bruch könnte eine größere Abwärtsstruktur fortsetzen, ein Halten würde Spielraum für einen erneuten Anlauf auf höhere Widerstände eröffnen. CoinDesk verweist auf eine Seitwärtsphase im 4-Stunden-Chart, zentrale Unterstützung liege zwischen 59.000 und 60.000 US-Dollar.
Auf der Oberseite zeigt CoinGlass eine Häufung gehebelter Short-Positionen zwischen 63.500 und 65.000 US-Dollar. Sollte Kaufdruck den Kurs über diese Widerstandszone heben, könnte kurzfristig ein Short Squeeze ausgelöst werden. Auf längere Sicht sei der Druck am Markt aber noch nicht vollständig abgebaut. Der Bericht verweist auf eine frühere Analyse, wonach das zwischen März und Anfang Juni gebildete Dome-Muster unter die Nackenlinie bei etwa 65.000 US-Dollar gefallen sei; rechnerisch ergebe sich daraus ein Abwärtsziel um 47.000 US-Dollar.
Nachdem die US-Verbraucherpreisdaten zuvor leicht unter den Erwartungen lagen, sorgt der wieder stärkere Erzeugerpreisanstieg für ein schwierigeres Umfeld. Für Bitcoin-Trader bedeutet das laut Bericht ein Abwägen zwischen einer technischen Erholung aus überverkauften Niveaus und erneut zunehmendem makroökonomischem Gegenwind.