Bitcoin rutscht unter 60.000 US-Dollar – seltene zweite Quartalsverlustserie in Folge möglich

Bitcoin ist am Wochenende unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen und notierte am Sonntag laut CoinDesk-Daten bei rund 59.940 US-Dollar. Damit lag die Kryptowährung innerhalb von 24 Stunden 0,6% im Minus und auf Wochensicht knapp 7% niedriger – kurz vor dem Ende eines von Verkäufen geprägten Quartals. Bei den Altcoins fiel der Rückgang erneut deutlicher aus: Ether verlor in der Woche 9,5% auf etwa 1.567 US-Dollar, Dogecoin gab 11,7% auf 0,073 US-Dollar nach. Hyperliquids HYPE sank um 10,6%, XRP rutschte um 8,7% auf 1,04 US-Dollar ab. Solana hielt sich mit 70 US-Dollar vergleichsweise besser und lag 3,5% tiefer; Tron zeigte sich am robustesten mit einem Minus von 1,5%. Der Markt stützte sich zuletzt auf die relative Stabilität von Bitcoin, während risikoreichere Token stärker unter Druck gerieten. Das Wochenende markiert das Auslaufen eines schwachen ersten Halbjahres – es bleiben nur noch zwei Tage. Für das zweite Quartal steuert Bitcoin laut Coinglass auf ein Minus von rund 12% zu, nachdem bereits das erste Quartal etwa 22% verloren hatte. Ether schnitt noch schlechter ab: Im zweiten Quartal liegt die Kryptowährung etwa 25% im Minus, nach einem Rückgang von 29% im ersten Quartal. Zwei Verlustquartale in Folge zum Jahresauftakt sind bei Bitcoin ungewöhnlich und kamen in der Historie nur zweimal vor. Zudem gilt das zweite Quartal historisch als eine der stärkeren Phasen: Über die vergangenen zehn Jahre lag der Durchschnitt im Plus. Zwei "rote" Quartale zu Jahresbeginn würden dieses Muster durchbrechen. Die Belastungsfaktoren entsprechen den Treibern der vergangenen Wochen. Kapital floss bevorzugt in Halbleiter- und Speicherchip-Aktien im Zuge des anhaltenden KI-Booms. Gleichzeitig wirkten Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs, eine restriktive US-Notenbank unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh sowie ein US-Dollar nahe eines Siebenmonatshochs dämpfend. Zusätzlich erhöhte ein Ausverkauf bei Technologiewerten zu Wochenbeginn den Druck. Mit Blick auf das dritte Quartal richten Händler den Fokus darauf, ob sich ETF-Abflüsse und die schwache Nachfrage abschwächen – oder ob die Schwäche aus dem ersten Halbjahr in die zweite Jahreshälfte hineinreicht.