Aztec warnt V4-Nutzer: Gelder vor dem 25. Juni abziehen – V5-Upgrade macht Schwachstellen öffentlich
Aztec fordert Nutzer des Alpha-V4-Netzwerks auf, ihre Mittel bis zum 25. Juni abzuziehen. Hintergrund ist ein geplanter Governance-Schritt, mit dem V5 in den On-Chain-Prozess eingebracht wird. Mit Start dieses Prozesses werden die Sicherheitslücken der aktuellen V4-Version öffentlich sichtbar – und damit könnten verbleibende Guthaben in einem Zeitfenster erhöhtem Risiko ausgesetzt sein.
Das auf Privatsphäre fokussierte Ethereum-Layer-2-Projekt veröffentlichte den Hinweis auf X und betonte, es handle sich um eine reguläre Migration im Zuge des Upgrade-Zyklus, nicht um eine Reaktion auf einen laufenden Angriff. Sobald V5 in die Governance geht, müssen Details zu den V4-Schwachstellen offengelegt werden. Ohne zeitnahe Korrektur wäre V4 dann eine Version mit bekannten, öffentlich dokumentierten Lücken.
Kritische Schwachstelle
Aztec hatte im März 2026 eine kritische Verwundbarkeit in Alpha V4 gemeldet. Nach Angaben des Teams betrifft der Fehler "das Proving-System als Ganzes"; eine Ausnutzung könne "zu schweren Störungen des Protokolls und zum Diebstahl von Nutzerfonds" führen. Aztec kündigte damals an, konkrete technische Details bis zur Veröffentlichung von V5 unter Verschluss zu halten – im Einklang mit der eigenen Sicherheitsrichtlinie. Diese sieht vor, dass jede neue Alpha-Version ein eigenes Bug-Tracking erhält und V5 sämtliche Fixes aus laufenden Audits bündeln soll. Die Veröffentlichung von V5 ist für Juli 2026 vorgesehen.
Entscheidendes Zeitfenster
Der 25. Juni markiert die kritische Lücke: Geht der V5-Governance-Vorschlag on-chain, erfordern Aztecs Transparenzzusagen die öffentliche Offenlegung der zugrunde liegenden V4-Bugs. Nutzer, die bis dahin nicht abgezogen haben, wären in einer Version mit öffentlichen Schwachstellen unterwegs, ohne kurzfristig verfügbaren Patch.
Aztec hatte während der gesamten Alpha-Phase wiederholt darauf hingewiesen, Einzahlungen als experimentell zu betrachten und auf Beträge zu begrenzen, deren Verlust man verkraften kann. Angaben zur aktuell in V4-Portalen gebundenen Summe wurden nicht veröffentlicht.
Der Migrationshinweis folgt acht Tage nach einem separaten Vorfall: Ein nicht zu Aztec V4 gehörender Exploit entwendete 2,1 Mio. US-Dollar aus Aztec Connect, einem seit Langem veralteten Protokoll, das Aztec Labs bereits vor drei Jahren abgeschaltet hatte.
Der AZTEC-Token notiert laut CoinGecko bei 0,0143 US-Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei 42,25 Mio. US-Dollar. Die Frist am 25. Juni ist noch zwei Tage entfernt. Nutzer mit Vermögenswerten in Aztec-V4-Portalen oder -Anwendungen sollten Auszahlungen umgehend anstoßen, da der Exit-Prozess über die L1-to-L2-Bridge zusätzlichen Vorlauf benötigen kann.