Abracadabra ruft Notfall aus: MIM fällt rund 50% unter die $1-Bindung

Abracadabra.money hat am Mittwoch Notfallmaßnahmen angekündigt, nachdem der Stablecoin Magic Internet Money (MIM) deutlich von seiner $1-Bindung abgewichen war. Am Donnerstag wurde MIM zeitweise bei etwa $0,48 gehandelt – rund 50% unter dem Zielwert. Zur Stabilisierung will Abracadabra die Zinsen in sämtlichen Cauldrons schrittweise anheben, auch in bereits als veraltet eingestuften Märkten. Damit sollen Rückzahlungen attraktiver werden und die ausstehende MIM-Menge sinken. Direkte Anreize wurden gestoppt, Curve-Bribes sind komplett pausiert, bis sich die Bindung erholt. Laut CoinGecko liegt das zirkulierende Angebot bei rund 55,6 Millionen MIM, die Marktkapitalisierung bei etwa $26,8 Millionen. Abracadabra erklärte, weitere Schritte zur Erholung würden geprüft. Konkrete Treasury-Maßnahmen, neue Collateral-Parameter oder einen Zeitplan für die Wiederherstellung der Bindung nannte das Team nicht. Markteinordnung: Ein Depeg bei einem Stablecoin kann das Vertrauen in DeFi-Liquidität belasten, besonders wenn Rückzahlungsanreize und die Liquidität am Sekundärmarkt die Bindung nicht zügig zurückbringen. Die Stimmung bleibt bärisch und von Stress sowie De-Risking geprägt, da der Abschlag von rund 50% klare Peg-Probleme signalisiert. Rückblick und Abgrenzung: 2022 verlor TerraUSD seine Dollarbindung; in der Folge entstanden im Kryptomarkt Verluste in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar. MIM ist im Unterschied dazu ein durch besicherte Schulden gestützter Stablecoin, weshalb die Hebel über Rückzahlungsanreize und Collateral-Management anders wirken als bei einem algorithmischen Modell. Mögliche Folgewirkungen: Ein tiefer Depeg kann sich über Liquiditätspools ausbreiten, wenn Anbieter Liquidität abziehen und Kreditnehmer Rückzahlungen hinauszögern, bis sich Konditionen ändern. Beschleunigen höhere Cauldron-Zinsen die Schuldentilgung, könnte ein schrumpfendes MIM-Angebot die Bindung stützen. Bleibt die Liquidität nach dem Stopp der Incentives dünn, könnte der Depeg den Druck auf das Vertrauen in verbundene Sicherheiten erhöhen. Chancen und Risiken: Als potenziell stabilisierendes Signal gilt, wenn Abracadabra finalisierte Recovery-Initiativen kommuniziert und dabei konkrete Treasury-Schritte oder neue Collateral-Parameter vorlegt. Nähert sich MIM bei gleichzeitig sinkendem Angebot wieder $1 an, nimmt das Risiko MIM-bezogener Exposures tendenziell ab. Umgekehrt spricht ein anhaltend großer Abstand zu $1 trotz steigender Cauldron-Zinsen für Risikoreduktion in MIM-gebundenen Pools, um die Abwärtsseite bei längerem Liquiditätsstress zu begrenzen. Ohne kommunizierten Zeitplan für die Wiederherstellung der Bindung dürfte die Liquidität fragil bleiben.