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Bitcoin-Mining-Pool Poolin beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11 in New Jersey
Der Bitcoin-Mining-Pool-Betreiber Poolin sowie zwei verbundene Unternehmen haben in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Wie CoinDesk berichtet, reichten alle drei Gesellschaften ihre Anträge freiwillig am 22. Juli ein; das U.S. Bankruptcy Court for the District of New Jersey führt die Verfahren gebündelt zur gemeinsamen Verwaltung.
Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Poolin Verbindlichkeiten von 100 Mio. bis 500 Mio. US-Dollar ausweist und mit rund 10.000 bis 25.000 Gläubigern rechnet. Den Schulden stehen Vermögenswerte von lediglich 1 Mio. bis 10 Mio. US-Dollar gegenüber. Das Unternehmen erwartet, zumindest teilweise Ausschüttungen an unbesicherte Gläubiger vornehmen zu können.
Teil des Verfahrens sind auch Lonestar Taproot LLC und Lonestar Dream, Inc. Alle drei Firmen werden weiterhin vom bestehenden Management betrieben; die Koordination erfolgt über das Hauptverfahren. Ziel des Chapter-11-Antrags sei es, durch einen geordneten Verkauf von Vermögenswerten den Wert für Gläubiger und weitere Anspruchsberechtigte zu sichern.
Das Gericht genehmigte am 17. August das Bieterverfahren, das nahezu sämtliche Vermögenswerte der Schuldner umfasst und die Benennung eines "Stalking-Horse"-Bieters ermöglicht. Die Frist für qualifizierende Gebote endet am 8. September. Bei konkurrierenden Angeboten ist eine Auktion vorläufig für den 10. September angesetzt, die Anhörung zum Vermögensverkauf für den 18. September. Zudem können Gläubiger am 28. August per Fernzugang an dem Section-341-Termin teilnehmen. Eine aktualisierte Mitteilung zufolge ist die Frist zur Anmeldung allgemeiner Forderungen noch nicht final festgelegt.
Der zugehörige Mining-Standort ist weitgehend stillgelegt. Restrukturierungsleiter Michael DuFrayne erklärte zu Beginn, der Verkaufsprozess erfasse die Vermögenswerte von Poolin und der beiden in den USA ansässigen verbundenen Unternehmen. Lonestar Dream habe den Rückbau seines Mining-Betriebs vor dem Insolvenzantrag weitgehend abgeschlossen und nach dem Ende der Dienstleistungen für den Kunden Elektron Energy mit der Demontage von Ausrüstung begonnen. Ein kleiner Mitarbeiterstamm sei geblieben, um Standort und Geräte zu überwachen, den Asset-Verkauf zu unterstützen und insolvenzbezogene Aufgaben zu erledigen.
Lonestar Taproot hält den Unterlagen zufolge die mit dem Standort verbundenen Ausrüstungs- und Stromanlagen sowie Gebäude, Verbesserungen und Umspannwerksinfrastruktur. Außerdem habe Lonestar Taproot von März 2022 bis Dezember 2023 mit Parteien zusammengearbeitet, die dem Mining-Hardware-Hersteller Bitmain zugeordnet werden. Bitmain habe in diesem Zeitraum rund 34,4 Mio. US-Dollar investiert und beim Ausstieg etwa 24,1 Mio. US-Dollar zurückerhalten; das Projekt habe während der Zusammenarbeit erhebliche Verluste verzeichnet.
Die Liquiditätsprobleme waren bereits 2022 sichtbar. Im September 2022 stoppte Poolin Auszahlungen aus PoolinWallet und verwies auf Liquiditätsengpässe sowie eine steigende Zahl von Auszahlungswünschen. In der Folge schlug Poolin die Ausgabe von sechs IOU-Token im Verhältnis 1:1 vor, gekoppelt an Nutzerbestände in BTC, ETH, USDT, LTC, ZEC und DOGE. Zudem wurden Maßnahmen wie die Aufnahme neuer Investoren, ein Debt-to-Equity-Swap und Asset-Verkäufe als Optionen zur Entlastung genannt.
Der Insolvenzantrag unterstreicht den anhaltenden Druck im Bitcoin-Mining-Geschäft bis 2026. Branchendaten zeigen, dass die Hashrate-Preise nach dem Halving niedrig geblieben sind, was die Break-even-Margen älterer Mining-Hardware weiter einengt. Börsennotierte Mining-Unternehmen beschleunigten zudem im ersten Quartal den Verkauf ihrer Bitcoin-Reserven, um den Cashflow zu stärken.