Zcash legt Ironwood-Upgrade vor, um Vertrauenskrise bei der Angebotsmenge zu beheben

Zcash (ZEC) hat in der vergangenen Woche kräftig geschwankt. Wie CoinDesk berichtet, machte die für die Entwicklung zuständige Non-Profit-Organisation Shielded Labs eine schwerwiegende Schwachstelle im Orchard-Privacy-Pool öffentlich, die seit 2022 unentdeckt geblieben war. Theoretisch hätte die Lücke Angreifern erlauben können, unbegrenzt ZEC zu fälschen – der Kurs sackte daraufhin schnell ab. Bis zum 8. Juni erholte sich ZEC auf rund 442 US-Dollar, etwa 45% über dem Tief vom 5. Juni. Auf Sicht von 7 bzw. 30 Tagen steht der Coin dennoch bei einem Minus von rund 19,7% bzw. 26,2%, weil die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Angebots weiter nachwirken. Mit dem Upgrade-Konzept "Ironwood" soll der alte Privacy-Pool schrittweise stillgelegt werden. Nach der Offenlegung arbeiteten Shielded Labs, die Zcash Foundation und das Zcash Open Development Lab an einem Notfall-Fix und koordinierten das Netzwerk-Upgrade mit den Mining-Pools ViaBTC und Foundry. Darauf aufbauend wurde am 6. Juni ein langfristiger Upgrade-Plan unter dem Namen Ironwood formal vorgeschlagen. Der Vorschlag sieht einen neuen Privacy-Pool auf Basis des reparierten Codes vor. Der bisherige Orchard-Pool soll auslaufen, zudem soll verhindert werden, dass aus dem alten Pool neue Tokens entstehen. Ein zentrales Ziel: Nodes sollen die Obergrenze der Gesamtmenge eigenständig verifizieren können. Laut Proposal sollen Nutzer der Zcash-Software künftig Guthaben aus altem und neuem Pool zusammenführen und unabhängig prüfen können, dass die umlaufende ZEC-Menge die 21-Millionen-Obergrenze nicht überschritten hat. Damit soll das Vertrauen in den festen Supply-Mechanismus von Zcash wiederhergestellt werden. Die Entwickler verweisen außerdem darauf, dass Ironwood auffällige Token-Flüsse zumindest teilweise sichtbarer machen könnte. Beim Umzug von Vermögenswerten aus dem alten Pool würden historisch gefälschte ZEC entweder bei der Übertragung auffallen oder im alten Pool verbleiben, falls eine Migration nicht möglich ist. Trotz der Erholung bleibt der Preisdruck laut CoinJournal hoch. Die jüngste Rally sei vor allem vom Notfall-Patch und dem Ironwood-Vorschlag getragen worden, kurzfristig bleibe die Lage aber fragil. In einer Analyse wird auf ein "ascending wedge"-Muster im Vier-Stunden-Chart verwiesen, was auf nachlassende Kaufdynamik hindeuten könne. Als kritische Zone gilt der Bereich 420 bis 430 US-Dollar. Fällt der Kurs darunter, rückt dem Bericht zufolge zunächst 314 US-Dollar in den Fokus; bei einem Bruch dieses Niveaus könnten 250 bis 200 US-Dollar folgen. Über den kurzfristigen Kursverlauf hinaus trifft der Vorfall den Kern der Zcash-Story: Privatsphäre, kryptografische Integrität und ein fixes Angebot von 21 Millionen Coins. Der Markt dürfte sich nun vor allem auf zwei Fragen konzentrieren: ob Ironwood reibungslos umgesetzt werden kann und ob ZEC während des Upgrades wichtige Unterstützungen verteidigen kann.