XRP wieder nahe 1,50 US-Dollar – Senatsvotum und Wal-Käufe stützen Stimmung
XRP ist zum Wochenschluss zeitweise bis auf rund 1,55 US-Dollar gestiegen. Rückenwind kam aus Washington: Der Banken-Ausschuss des US-Senats hat den parteiübergreifenden Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act) mit 15 zu 9 Stimmen gebilligt. Auch der breite Kryptomarkt zeigte sich fester. Bitcoin kletterte wieder über 80.000 US-Dollar, während Hyperliquid, Flare und XDC Network im Kreis der 100 größten Coins nach Marktkapitalisierung zu den Gewinnern zählten.
Mit der Zustimmung des Senate Banking Committee macht die Gesetzesinitiative einen wichtigen Schritt in Richtung eines umfassenden Regelwerks zur Marktstruktur für digitale Vermögenswerte. Als nächstes ist eine prozedurale Zusammenführung mit einem ähnlichen Entwurf im Landwirtschaftsausschuss des Senats vorgesehen, wodurch der Weg für eine bundesweite Regulierung weiter geebnet wird. Ausschusschef Tim Scott setzte dabei kurzfristig durch, zuvor abgelehnte Änderungsanträge doch zuzulassen und gewann nach stundenlanger Debatte zwei demokratische Senatoren für das Paket. Trotz des Fortschritts bleiben offene Punkte, unter anderem zu Zugriffsrechten von Strafverfolgungsbehörden und zu Ethik-Schutzmechanismen. Marktteilnehmer werteten das Votum dennoch als positives Signal und als Abbau regulatorischer Unsicherheit vor einer möglichen Befassung im Gesamt-Senat.
Für XRP könnte das Umfeld kurzfristig zusätzliche Fantasie bringen. Der Ripple-Token hatte sich zuletzt schwer getan, die Marke von 1,50 US-Dollar nachhaltig zu überwinden, testete sie am späten Donnerstag aber erneut und sprang intraday bis nahe 1,55 US-Dollar. Am frühen Freitag wurde XRP um 1,47 US-Dollar gehandelt. Ein Teil der Bewegung wurde in der Community der "XRP Army" als Reaktion auf den regulatorischen Rückenwind interpretiert.
Parallel mehren sich Hinweise auf frische Käufe großer Adressen. On-Chain-Daten zeigen zunehmende Bestände in großen Wallets und eine höhere Konzentration bei langfristig orientierten Haltern. Diese Gruppe soll zusammen 45,83 Milliarden XRP halten – der höchste Wert seit Mai 2018. Ein klarer Rahmen zur Marktstruktur könnte Compliance-Aufwände senken und die Nutzung von Ripples Zahlungslösungen erleichtern, was die Nachfrage nach XRP beschleunigen könnte.
Risiken bleiben: Bis zu einer finalen Abstimmung sind weitere Verhandlungen und mögliche Änderungen wahrscheinlich, die das Inkrafttreten verzögern oder kurzfristige Effekte verwässern könnten. Analysten sehen das regulatorische Umfeld dennoch als potenziellen Katalysator für stärkere Kursbewegungen. XRP liegt auf Wochensicht rund 5% im Plus, hat seit Jahresbeginn etwa 20% verloren und notiert rund 61% unter seinem Allzeithoch.