XRP-ETFs mit Zuflüssen von 1,77 Mio. US-Dollar trotz Abflüssen im Kryptomarkt

XRP-nahe Fonds haben sich dem schwachen Kryptoumfeld entgegengestellt: Laut den jüngsten Daten flossen gestern 1,77 Mio. US-Dollar in neue XRP-Käufe. Damit stiegen die Nettovermögenswerte insgesamt auf rund 1,12 Mrd. US-Dollar. Entscheidend ist weniger die absolute Summe als die Richtung der Mittelbewegung, denn gleichzeitig zogen Investoren Kapital aus größeren Produkten ab. Im Vergleich wirkt die Abweichung deutlich. Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten Abflüsse von 228 Mio. US-Dollar, Ethereum-Produkte verloren 121 Mio. US-Dollar, wie aus im Bericht zitierten SoSoValue-Daten hervorgeht. Vor diesem Hintergrund fällt der XRP-Zufluss zwar klein aus, signalisiert aber selektive Risikobereitschaft: Anleger reduzieren nicht jedes Krypto-Engagement gleichermaßen. Am Kursbild ändert das bislang wenig. XRP legte zwar zeitweise um rund 2% zu, blieb technisch aber angeschlagen. Der Kurs rutschte zuletzt in Richtung der tiefsten Niveaus seit März; bei 1,20 US-Dollar bildet sich die nächste zentrale Unterstützungszone. Zusätzlicher Gegenwind kommt aus der Trendtechnik: XRP ist unter den 100-Tage-Durchschnitt gefallen, der nun als Widerstand um 1,40 US-Dollar gilt. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt darüber bei etwa 1,60 US-Dollar und begrenzt den Spielraum nach oben. Damit entsteht eine Spannung zwischen ETF-Flows und Momentum am Spotmarkt. Ein Bruch unter 1,20 US-Dollar könnte den Druck verstärken und einen Rückgang in Richtung 0,60 US-Dollar ins Spiel bringen. Für eine erste Stabilisierung müssten die Käufer zunächst 1,40 US-Dollar zurückerobern und den Kurs wieder über die 100-Tage-Linie heben. Erst dann würde sich zeigen, ob die ETF-Nachfrage in breiteres Vertrauen umschlägt oder vorerst nur ein Lichtblick in einem weiterhin defensiven Markt bleibt.