WLFI auf neuem Tief: Token-Unlock-Pläne und Sorgen um Dolomite-Kredite belasten
Der Governance-Token WLFI von World Liberty Financial ist am Freitag auf ein neues Tief gefallen. Auslöser waren Aussagen des Trump-unterstützten Krypto-Projekts, es bereite einen Governance-Vorschlag vor, der eine Freigabe (Unlock) von WLFI für frühe Inhaber ermöglichen soll. Zusätzlich verteidigte die Plattform Stablecoin-Kredite im Umfang von 150 Mio. US-Dollar, die über das DeFi-Protokoll Dolomite aufgenommen wurden.
WLFI notierte zuletzt nahe 0,0800 US-Dollar und lag damit binnen 24 Stunden rund 15% im Minus. Die Marktkapitalisierung sank um 427 Mio. US-Dollar auf 2,54 Mrd. US-Dollar, nach zuvor knapp 3 Mrd. US-Dollar.
Im Zentrum der Debatte steht die Kreditaufnahme über Dolomite in USDC. World Liberty reagierte am Donnerstag auf X auf eigenen Angaben zufolge "FUD" und wies Befürchtungen zurück, Dolomite könne bei einer Auflösung der Positionen mit Forderungsausfällen konfrontiert werden. Kritiker argumentierten, das Protokoll könne im Ernstfall deutlich weniger als den Wert der geliehenen Stablecoins zurückerhalten.
World Liberty erklärte, man sei "nirgends nahe an einer Liquidation". Sollten sich die Märkte stark gegen die Position bewegen, werde man zusätzliche Sicherheiten hinterlegen. Das Ergebnis stelle kein Risiko dar. Zudem betonte das Projekt, die Aktivität komme den Nutzern zugute, die auf Dolomite Stablecoins bereitstellen: Diese würden überdurchschnittliche Stablecoin-Renditen erzielen, während traditionelle Märkte im Vergleich nur geringe Erträge böten.
Die Kritik riss dennoch nicht ab. In einem Beitrag auf X schrieb DefiIgnas, das Projekt habe nicht erläutert, wie es die Stablecoin-Schulden zurückzahlen wolle, und könne dies seiner Ansicht nach auch nicht. Zudem sei WLFI zu illiquide, um größere Beträge zu veräußern. Er behauptete, ein Verkauf von WLFI im Wert von 8,2 Mio. US-Dollar würde rund 72% Slippage verursachen.
Weitere Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch Daten von Arkham Intelligence. Demnach hinterlegte World Liberty über zwei Wallets rund 400 Mio. US-Dollar an WLFI als Sicherheit auf Dolomite. Das entspreche etwa 98% des WLFI-Angebots auf der Plattform und verschärfe die Konzentrations- und Risikodiskussion.
Parallel dazu arbeitet World Liberty an einem Governance-Vorschlag, der WLFI-Inhabern eine Abstimmung über Token-Unlocks ermöglichen soll. WLFI wurde im vergangenen Jahr als nicht übertragbarer digitaler Vermögenswert gestartet. Eine Änderung wäre ein grundlegender Eingriff in die Token-Struktur.
Laut Token Unlocks sind rund 75% des WLFI-Angebots weiterhin gesperrt. World Liberty hatte im März mitgeteilt, über zwei Verkaufsrunden 550 Mio. US-Dollar eingesammelt zu haben; beteiligt gewesen seien 85.000 Teilnehmer. Einige Monate später verwies die Plattform auf starke Nachfrage früher Nutzer, WLFI handelbar zu machen.
Token-Unlocks-Daten zufolge wurden 20% des Gesamtangebots über öffentliche Verkäufe zugeteilt; dieser Anteil hatte einen rechnerischen Wert von 2 Mrd. US-Dollar. In einem Folgebeitrag auf X stellte World Liberty klar, der Vorschlag werde nicht alle Token auf einmal freischalten. Vorgesehen seien ein langfristiger Vesting- und Unlock-Zeitplan, der die Stabilität des Ökosystems berücksichtigen soll.
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