WLFI fällt auf Rekordtief – Sorgen um Liquidität belasten

World Liberty Financial (WLFI) steht unter starkem Verkaufsdruck. Der Token verlor binnen 24 Stunden knapp 12% und rutschte auf etwa 0,0818 US-Dollar – den niedrigsten Stand seit dem Start 2025. Das Wochenminus weitete sich auf 15% aus, auf Monatssicht liegt WLFI 17% im Minus. Die Stimmung kippte, nachdem am Markt Fragen zur Liquiditätssteuerung und zu kreditfinanzierten Treasury-Aktivitäten aufkamen. Auslöser waren auffällige Onchain-Bewegungen rund um kreditbesicherte Transaktionen. Laut CoinDesk hinterlegte World Liberty Financial in großem Umfang Governance-Token im Lending-Protokoll Dolomite als Sicherheit. Daraufhin nahm das Projekt Stablecoins in zweistelliger Millionenhöhe auf, darunter USDC und USD1. Onchain-Daten von Arykham zeigen, dass ein Wallet rund fünf Milliarden WLFI-Token als Collateral nutzte und damit etwa 75 Mio. US-Dollar an Krediten zog. Kurz danach wurden mehr als 40 Mio. US-Dollar dieser Mittel zu Coinbase Prime transferiert – ein Schritt, der zusätzliche Spekulationen auslöste. Die Kreditaufnahme brachte den Dolomite-Lending-Pool zeitweise an die volle Auslastung, wodurch Auszahlungen für andere Einleger vorübergehend eingeschränkt waren. Händler werteten das als Signal für Liquiditätsstress und stellten die Stabilität des Protokolls sowie mögliche Abhebungsrisiken in den Fokus. World Liberty Financial wies die Kritik auf X als FUD zurück und erklärte, das Liquidationsrisiko liege in weiter Ferne. Beobachter verwiesen dennoch auf beratende Verbindungen zwischen dem Projekt und Dolomite-Mitgründer Corey Caplan, die einige Analysten als möglichen Interessenkonflikt einstuften. Zusätzlichen Diskussionsstoff lieferte das eigene Rückkaufprogramm. WLFI gab an, 65,58 Mio. US-Dollar für den Erwerb von 435,3 Mio. Token ausgegeben zu haben, zu einem Durchschnittspreis von 0,1507 US-Dollar. Auch die Anlegerexponierung geriet in den Blick: Tron-Gründer Justin Sun soll mit WLFI-Beständen deutliche Buchverluste erlitten haben. Berichten zufolge investierte Sun zunächst 30 Mio. US-Dollar und erhöhte sein Engagement später auf etwa 75 Mio. US-Dollar. Ein Teil seiner Token ist aufgrund von Wallet-Beschränkungen weiterhin eingefroren; im Raum stehen rund 545 Mio. WLFI im Gegenwert von etwa 45 Mio. US-Dollar. Technisch bleibt das Bild klar bärisch. Der RSI liegt nahe 30 und bringt WLFI in die Nähe des überverkauften Bereichs, während der MACD anhaltenden Abwärtsdruck signalisiert. Als erste wichtige Unterstützung gilt die Zone um 0,079 US-Dollar. Bricht dieses Niveau, rücken 0,075 und 0,070 US-Dollar als nächste mögliche Ziele in den Fokus. Trotz überverkaufter Lage ist bislang keine ausreichende Käuferstärke erkennbar; der Markt wartet auf deutlichere Signale für Akkumulation, bevor mit einer nachhaltigen Trendwende gerechnet wird.