Rahmen für strategische Bitcoin-Reserve der USA steht kurz vor dem Abschluss
In der US-Regierung sind die rechtlichen und verwahrungstechnischen Grundlagen für die "U.S. Strategic Bitcoin Reserve" fertiggestellt worden. Aus dem Weißen Haus hieß es, ein formelles Update zur strategischen Bitcoin-Reserve könne innerhalb der nächsten Wochen erfolgen, nachdem die Strukturen für die Verwahrung und den Rechtsrahmen beschlagnahmter Bitcoin-Bestände finalisiert wurden.
Patrick Witt, Executive Director des President’s Council of Advisors for Digital Assets, sprach bei der Consensus 2026 über den Fortschritt. Im Mittelpunkt steht die Absicherung von eingezogenen Krypto-Vermögenswerten im Rahmen der Executive Order von Präsident Donald Trump vom 6. März 2025.
Witt zufolge wurde ein rechtlicher und operativer Rahmen abgeschlossen, der staatlich gehaltene Bitcoin schützen soll. Damit seien frühere Hürden bei Compliance-Anforderungen und Verwahrarrangements für beschlagnahmte Assets ausgeräumt worden. In einem Gespräch mit Scott Melker sagte Witt, das Team habe darauf geachtet, dass die Reserve "rechtlich belastbar" bleibt und die Bestände geschützt werden. Er ergänzte, dass Deputy Harry John die ressortübergreifende Koordination zusammen mit dem Policy-Team von Stephen Miller übernommen habe.
Die Executive Order vom März 2025 setzte die Strategic Bitcoin Reserve auf und wies das Treasury Department an, eingezogene Bitcoin zu behalten. Zudem untersagte sie Bundesbehörden den Verkauf von Bitcoin, die in Reservekonten liegen. Witt betonte, dass Executive Orders allein die Reserve nicht dauerhaft absichern könnten. Daher unterstütze die Administration weiterhin Gesetzesinitiativen im Kongress, die mit dem BITCOIN Act und dem American Reserve Modernization Action Act verbunden sind.
Die Reserve wird im Konzept strategischen Staatsbeständen gleichgestellt, etwa Gold- und Erdölreserven. Nach Angaben, die bei der Consensus 2026 genannt wurden, verfügte die US-Regierung bis Februar 2026 über rund 328.372 BTC. Bei einem Bitcoin-Kurs von etwa 77.277 US-Dollar am 18. Mai 2026 entspricht das einem geschätzten Wert von rund 25,4 Mrd. US-Dollar. Damit zählen die USA zu den weltweit größten bekannten staatlichen Bitcoin-Haltern.
Witt verwies auch auf frühere Verwahrprobleme beim U.S. Marshals Service. Vergangene Verluste hätten Schwachstellen in den staatlichen Systemen zur Aufbewahrung digitaler Vermögenswerte offengelegt und den Bedarf an stärkeren Schutzmechanismen erhöht.
In Washington habe sich die Aufmerksamkeit zuletzt zwar auf den CLARITY Act verlagert, an der Reserve sei jedoch weiter im Hintergrund gearbeitet worden. Witt bezeichnete die Strategic Bitcoin Reserve im Kontext der breiteren Krypto-Gesetzesdebatte als "vergessenes Stiefkind". Gleichzeitig werde das Rahmenwerk weiter präzisiert, während Abgeordnete Gesetzgebung zur Marktstruktur prüfen.
Witt warnte, künftige Regierungen könnten Maßnahmen per Executive Order ohne gesetzliche Rückendeckung wieder zurückdrehen. Er unterstrich zudem die Bedeutung klarer inländischer Regeln für digitale Vermögenswerte, bevor andere Staaten globale Standards prägen.