Weißes Haus: Offizielle Ankündigung einer US-Strategiereserve in Bitcoin steht kurz bevor
Laut CoinMarketCap hat ein im Weißen Haus für Digital-Assets zuständiger Vertreter erklärt, die offizielle Bekanntgabe einer strategischen Bitcoin-Reserve der USA stehe unmittelbar bevor. Die schwierigsten Rechtsfragen seien geklärt; Regelungen zur Verwahrung und Berichterstattung auf Bundesebene würden vorangetrieben.
Patrick Witt, Executive Director des Presidential Advisory Council on Digital Assets, sagte in einem Interview, die Regierung habe eine zentrale juristische Hürde für die Einrichtung der Reserve genommen, und der Rahmen zum Schutz der Vermögenswerte sei weitgehend fertiggestellt.
Grundlage ist eine Executive Order, die Präsident Trump am 6. März 2025 unterzeichnete und die Einrichtung einer U.S. Strategic Bitcoin Reserve anordnet. Seitdem prüfe ein behördenübergreifendes Team die rechtlichen Befugnisse der Bundesbehörden und finalisiere Rechtsvermerke, Verwahrprozesse sowie Offenlegungsprotokolle.
Als wesentliche Herausforderung gilt, dass bestehende Bundes-Systeme für traditionelle Vermögenswerte wie Gold ausgelegt sind, nicht für das Management privater Schlüssel. Entsprechend müsse die Infrastruktur für Verwahrung und Reporting speziell für Bitcoin neu aufgebaut werden.
Die US-Regierung hält laut Bericht rund 328.372 BTC, etwa 1,6% des globalen Angebots. Diese Bestände stammen überwiegend aus Beschlagnahmungen und strafrechtlichen Einziehungen, darunter Fälle wie Silk Road sowie die Wiedererlangung der 2022 von Bitfinex entwendeten Vermögenswerte. Die Executive Order schränkt zudem den Verkauf dieses Bitcoin-Bestands durch das Finanzministerium ein; die Positionen würden damit als Reserve und nicht als kurzfristig veräußerbare Vermögenswerte behandelt.
Witt verwies außerdem auf Sicherheitsrisiken bei der Bundesverwahrung: Ein früherer Diebstahl aus einem Verwahrkonto des U.S. Marshals Service verdeutliche die Problemlage. Dem Bericht zufolge soll ein Regierungsauftragnehmer bis Ende 2025 Krypto-Assets im Wert von über 46 Mio. US-Dollar entwendet haben; weitere 24 Mio. US-Dollar an entwendeten Vermögenswerten seien bis Oktober 2024 zurückverfolgbar.
Da Executive Orders nach einem Präsidentschaftswechsel auslaufen können, treibt der Kongress eine gesetzliche Verankerung des Reserve-Systems voran. Abgeordneter Nick Begich benannte den BITCOIN Act jüngst in American Reserves Modernization Act um. Der Entwurf würde das Finanzministerium ermächtigen, über fünf Jahre hinweg jährlich bis zu 200.000 Bitcoin zu erwerben, und eine Mindesthaltefrist von 20 Jahren vorschreiben. Senatorin Cynthia Lummis drängt darauf, dass noch vor der Sommerpause über das Gesetz abgestimmt wird.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, rechnen Berichte damit, dass das US-Finanzministerium bereits im vierten Quartal 2026 den ersten offenen Marktkauf von Bitcoin tätigen könnte.