Western Union bringt USD-Stablecoin auf Solana an den Start – CEO

Western Union (WU) steht kurz vor dem Start einer Stablecoin-Initiative, mit der der 175 Jahre alte Geldtransferanbieter die Abwicklung von Zahlungen in seinem weltweiten Netzwerk modernisieren will. CEO Devin McGranahan sagte auf der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals, der US-Dollar-Stablecoin des Unternehmens (USDPT) befinde sich in der finalen Vorbereitungsphase und solle im kommenden Monat starten. Bereits im Oktober hatte Western Union angekündigt, dass der digitale Dollar auf Solana (SOL) laufen und gemeinsam mit der bundesweit lizenzierten Krypto-Bank Anchorage Digital ausgegeben wird. Zunächst soll USDPT nicht an Endkunden vermarktet werden. Geplant ist der Einsatz als Alternative zu den heutigen Interbank-Schienen, über die Western Union Geld zwischen dem Unternehmen und seinen Agenten bewegt. McGranahan bezeichnete USDPT als Ersatz für das SWIFT-basierte Interbank-Settlement, das Western Union bislang nutzt. Aus Sicht des Managements ist das ein zentraler Hebel, weil das Kerngeschäft weiterhin stark von klassischen Bankensystemen abhängt, die nur an Geschäftstagen final abwickeln und in einigen Märkten zwei bis drei Tage benötigen. Stablecoins könnten Abrechnungen mit Partnern in Echtzeit ermöglichen – auch an Wochenenden und Feiertagen – und zugleich Kapital freisetzen, das bislang im System gebunden ist. Ein weiterer Baustein ist das Digital Asset Network (DAN). Darüber können Anbieter von Krypto-Wallets Western Union als Auszahloption integrieren. Wallet-Nutzer sollen digitale Vermögenswerte in lokaler Währung über das Filial- und Agentennetz von Western Union auszahlen lassen können. Das Unternehmen spricht von einer Partnerpipeline, die weltweit Wallets im Umfang von mehreren zehn Millionen umfasst. Zusätzlich plant Western Union eine „Stable Card“, deren Einführung später in diesem Jahr erwartet wird. Kunden sollen damit Guthaben in Stablecoins halten und über bestehende Kartennetzwerke ausgeben können. McGranahan sieht Einsatzpotenzial vor allem in inflationsanfälligen Märkten, in denen Verbraucher einen US-Dollar-denominierten Wertspeicher mit Alltagstauglichkeit beim Bezahlen suchen. Der Rollout solle in Dutzenden Märkten beginnen, eine erste Welle sei für später im Jahr vorgesehen. Der Vorstoß erfolgt in einem Umfeld zunehmenden Wettbewerbs im Remittance-Geschäft: Fintechs und Krypto-Zahlungsanbieter setzen immer stärker auf Blockchain-Technologie für grenzüberschreitende Zahlungen. MoneyGram orientiert sich beispielsweise am USDC-Stablecoin von Circle, während Stripe eine eigene Stablecoin-Infrastruktur samt zahlungsfokussierter Chain „Tempo“ gestartet hat.