Bericht: Visa, Mastercard und Stripe arbeiten an gemeinsamer Stablecoin
Visa, Mastercard und Stripe treiben laut CoinDesk ein gemeinsames Stablecoin-Projekt voran. Der mögliche Token soll an den US-Dollar gekoppelt sein. Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen heißt es zudem, Coinbase prüfe eine Beteiligung. Damit rückt der Wettbewerb um Stablecoins weiter in den Kernbereich etablierter Zahlungsnetzwerke.
Details zu Produktaufbau, Zeitplan oder Aufgabenteilung wurden nicht genannt. Ziel der Initiative sei dem Bericht zufolge der Einstieg in den Kryptomarkt über eine von den drei Zahlungs- und Finanzunternehmen gemeinsam entwickelte Plattform.
Der Stablecoin-Markt wächst weiter. Nach Daten von CoinGecko liegt die gesamte Marktkapitalisierung derzeit bei rund 325 Mrd. US-Dollar. Tether's USDT kommt auf etwa 115 Mrd. US-Dollar und behauptet damit seine dominante Stellung. Neue Projekte würden großen Zahlungsdienstleistern den direkten Eintritt in diesen Markt ermöglichen.
CoinDesk verweist darauf, dass immer mehr klassische Zahlungsanbieter, Finanzhäuser und Banken Stablecoin-Vorhaben vorantreiben. Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Vermögenswerte für Zahlungen und Transfers sehen viele große Institute Stablecoins als Baustein, der sich in bestehende Abwicklungs- und Settlement-Netzwerke integrieren lässt. In diesem Jahr haben unter anderem Western Union und SoFi Technologies entsprechende Pläne angekündigt. Auch JPMorgan Chase, Bank of America und UBS sollen an eigenen Initiativen arbeiten.
Die drei Unternehmen haben bereits Grundlagen geschaffen. Stripe übernahm Ende 2024 den Stablecoin-Infrastrukturanbieter Bridge für 1,1 Mrd. US-Dollar. Mastercard kaufte Anfang dieses Jahres BVNK und kündigte diese Woche an, die Stablecoin-Settlement-Fähigkeiten für einen 24/7-Betrieb auszubauen. Visa meldete im April eine Ausweitung seines Stablecoin-Settlement-Piloten und erhöhte die Zahl der unterstützten Blockchain-Netzwerke auf neun: Zusätzlich zu Ethereum, Solana, Avalanche und Stellar kamen Base, Polygon, Canton Network, Arc und Tempo hinzu.
Nach den jüngsten Schritten bauen Visa, Mastercard und Stripe damit nicht bei null auf, sondern nutzen vorhandene Infrastruktur für ein gemeinsames Produkt. Sollte Coinbase tatsächlich einsteigen, könnte das Projekt bei Transaktionsanbindung und Händlerabrechnung zusätzlich an Schlagkraft gewinnen.